Eine Sehnsucht nach morgen – Eva Völler

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„Eine Sehnsucht nach morgen“ ist Band 3 und damit der Abschluss der Ruhrpott-Saga. In Band 1 lag der Fokus auf Katharina. Inge stand in Band 2 im Vordergrund und im 3. Band geht es vorrangig um Bärbel, aber auch Jakob spielt eine wichtige Rolle.
Es sind wieder einige Jahre seit dem letzten Band vergangen. Es ist 1968 und Bärbel ist mit ihrem Medizinstudium fertig und arbietet in einer Hamburger Klinik. Doch nach einem Zwischenfall bricht sie alle Brücken nach Hamburg ab und kehrt in ihre Heimatstadt Essen zurück.
Für kurze Zeit wohnt sie wieder in ihrem Kinderzimmer und begegnet damit zwangsläufig ihrer Jugendliebe Klaus, der mit Frau und Tochter in sein Elternhaus nebenan einzieht, das er renoviert hat.

Bärbel kämpft mit gesellschaftlichen Konventionen und der Stellung der Frau – vor allem mit ihren männlichen Arbeitskollegen gibt es immer wieder Situationen, in den Bärbel ihr vorlautes Mundwerk nicht halten kann.
Und sie kämpft mit sich selbst und ihren wieder aufflammenden Gefühlen für Klaus.

„Hör niemals auf andere Leute, sondern immer nur auf dein Herz, kleiner Bruder!“, hatte sie ihn beschworen. „Denn das kann nicht lügen!“

Eine Sehnsucht nach morgen – Bastei Lübbe

Jakob geht in die vorletzte Schulklasse, ist ein mathematischer Überflieger und zum ersten Mal verliebt. Doch nicht nur für Algebra interessiert er sich. Auch für das politische Geschehen. Er engagiert sich in verschiedenen Gruppen, geht auf Demos und setzt damit unwissentlich seine berufliche Zukunft aufs Spiel.

Auch in diesem Band ist es wieder ein Auf und Ab der Gefühle. Wenn alles gut scheint, passiert etwas Unerwartetes. Bärbel und ihre Geschwister haben schon so viele Schicksalsschläge erlebt und überwunden. Sie halten alle zusammen, sowohl in der Familie, als auch in der Nachbarschaft.

„Es ging ums Zusammensein. Das war im Leben die Hauptsache. denn wo die Menschen zusammen waren, musste niemand allein sein.“

Eine Sehnsucht nach morgen – Bastei Lübbe

Ein wundervoller Abschluss der Trilogie. Ich danke Eva Völler von Herzen, dass sie mir nicht nur einen geschichtlichen „Einblick“ in die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts gewährt, sondern sie mich hat fühlen lassen.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Bretonischer Zitronenzauber – Hannah Luis

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Um dieses wundervolle Buch einem Genre zuzuordnen, würde ich einfach ein neues erfinden. Für mich war es ein Urlaubsabenteuer-Kulinarischeswohlfühlen-Liebesroman.
Protagonistin ist Mona, Ende 20, die sehr unter dem Verlust ihrer Oma Fine leidet, die kurz zuvor verstorben ist. Sie verbindet sehr viel mit ihrer Oma, weil sie viel Zeit miteinander verbracht haben, ihre Familie generell klein ist, sie von ihr das Backen gelernt hat und Fine ihre zusätzlichen Halt im Leben gegeben hat.

„Anders als der Rest des vollzählig zur Beerdigung angetretenen Backclubs hatte sich Fine nie damit zufriedengegeben, stur Rezepte zu befolgen, sondern stets etwas abgeändert, verfeinert, ausprobiert, eine persönliche Note hinzugefügt.“

Bretonischer Zitronenzauber – Heyne Verlag

Diese Beschreibung macht mir Oma Fine direkt sympathisch und ich glaube, ihre Kuchen, Torten und sonstigen Süßgebäcke waren jedes Mal ein besonderer Leckerbissen. Beim ersten Mal halte ich mich immer an das Rezept, aber dann passe ich oft Feinheiten an.
Als Mona mit ihrer Mutter die Unterlagen von Oma Fine sortiert und dafür auch auf deren Dachboden Ordnung in die Kartons bringt, findet Mona einige bretonische Rezepte und erfährt, dass ihre Uroma für einige Jahre in der Bretagne war, über die Zeit aber nie gesprochen hat. Und vor allem hat sie ein Geheimnis daraus gemacht, warum sie mit einem Kind, aber ohne Mann aus der Bretagne wiederkam. Kurzerhand beschließt Mona Urlaub zu nehmen und in die Bretagne zu fahren, um die Geheimnisse um ihre Uroma zu lüften.

„In den vergangenen Wochen hatte sich schließlich einiges in ihrem Leben gewandelt. Da blieb es nicht aus, dass auch sie sich veränderte, oder?“

Bretonischer Zitronenzauber – Heyne Verlag

Mona wächst auf der Fahrt über sich hinaus. Mit ihrem Hund Flint lässt sie sich einfach treiben, was sonst gar nicht so ihre Art ist. Auf der Suche nach Hinweisen zu ihrer Uroma lernt sie einige Bretonen kennen. Allen voran Louan, der ganz schön grummelig ist, was aber daran liegt, dass er eine heftige Zeit hinter sich hat. Was man von Mona lernt ist, alles, was auf den ersten Blick nicht positiv erscheint, nochmal zu betrachten … denn an allem ist auch etwas Gutes dran.

„Lass dich nicht vom Äußeren täuschen“, sagte Mona und wurde sich bewusst, auf wie vieles sich diese Worte anwenden ließen. […] „Es steckt viel mehr hinter der Fassade als du ahnst.“

Bretonischer Zitronenzauber – Heyne Verlag

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Ein Gefühl von Hoffnung – Eva Völler

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Achtung! Spoiler! Wer Band 1 noch nicht gelesen hat, sollte die Rezension (oder auch schon den Klappentext) zu Band 2 nicht lesen.

„Im Leben eines jeden Menschen gibt es Wünsche, die so elementar sind, dass man alles nur Erdenkliche tun würde, um sie wahrzumachen.“

Ein Gefühl von Hoffnung – Bastei Lübbe

So geht es Inge … und Johannes, nachdem in „Ein Traum vom Glück“ – Band 1 der Ruhrpott-Saga – Katharina bei der Geburt von Inges und Bärbels kleinem Bruder stirbt. Seitdem sind einige Jahre vergangen.
Doch Ende der 50er Jahre bleibt nicht viel Zeit, zu trauern. Inge, Johannes und Karl versuchen bei der Arbeit genug Geld zu verdienen, um die ganze Familie, die immer noch bei Oma Mine lebt, über Wasser zu halten.
Inge hat dafür die Schule beendet und arbeitet in einer Buchhandlung. Bärbel geht aufs Lyzeum, doch hat dort immer wieder Schwierigkeiten, weil sie immer das sagt, was sie denkt und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden hat.
Doch das sind nicht die einzigen Schwierigkeiten, die sie alle gemeinsam als Familie meistern müssen.

„Und noch etwas erkannte sie in diesem Augenblick. Unter der Oberfläche ihrer Gedanken hatte es schon die ganze Zeit geschlummert, als diffuse Ahnung, wie ein Bild hinter einem Vorhang.“

Ein Gefühl von Hoffnung – Bastei Lübbe

Inge steht in diesem Band verstärkt im Vordergrund, denn in diesem Jahr soll sie ihren Jugendfreund heiraten. Doch etwas hält sie davon ab. Ist ihr Jugendfreund wirklich ihre wahre Liebe?

„Sie hatte sich nicht vorgestellt, dass die Liebe sich so anfühlen würde. So unausweichlich, so schmerzhaft, so verflucht aussichtslos.“

Ein Gefühl von Hoffnung – Bastei Lübbe

Eva Völler nimmt uns mit ins Jahr 1959, in einen Umbruch in der Arbeitergesellschaft, in eine Zeit, die mehr Hoffnung verspricht als die Jahre zuvor.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Restposten – Michael Opoczynski

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Sind unsere Jobs noch zu retten?

Michael Opoczynski, der 20 Jahre lang Leiter und Moderator der ZDF-Sendung „WISO“ war, stellt sein journalistisches Geschick mal wieder unter Beweis. In den letzten Jahren habe ich seine Bücher mit den Fällen der „Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen“ gelesen. Nun hat er ein Sachbuch geschrieben.
Erschienen ist es im August 2020, jetzt aber noch genauso aktuell, wenn nicht aktueller. Auch wenn bis zu diesem Zeitpunkt letzten Jahres die Pandemie „erst“ 5 Monate andauerte, hat er schon ihr ganzes Ausmaß begriffen, was die Auswirkungen auf die Arbeitswelt betrifft.
Und das, obwohl der eigentliche Schreibprozess ja noch früher stattgefunden hat.

„Ein Großteil unserer Alltagsjobs – Verkäufer, Lastwagenfahrer, Bankmitarbeiter und viele mehr – ist dabei wegzubrechen.“

Restposten – Benevento Verlag

Michael Opoczynski geht bei seinen Ausführungen sehr gezielt vor. Denn zu jedem Job bringt er zwei Beispiele. Jeweils eine Firma, bei der schon jetzt klar ist, dass Jobs wegrationalisiert werden (oder sogar schon wurden) und ein Unternehmen, das es „besser macht“.
Damit zeigt er auf, wie Unternehmen auf die Digitalisierung reagieren, was durch die Pandemie nochmal einen Turboboost bekommen hat.

„Krisen machen Angst. Revolutionen auch. Aber sie machen auch Hoffnung. […] Wir sollten uns Klarheit verschaffen, wo wir hin wollen mit unserem Schaffensdrang und unserer Arbeitskraft, damit wir nicht zu den Verlierern der Krise gehören. Zu den Restposten.“

Restposten – Benevento Verlag

Opoczynski hat ein wirklich passendes Sachbuch geschrieben, das den aktuellen Wirtschaftsstatus und -umbruch umreißt, uns wachrüttelt, informiert und motiviert, aus der jetzigen Situation das Beste zu machen – umzudenken, unsere Betriebe zu transformieren und gefestigt in die Zukunft zu gehen.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Der Besuch des lächelnden Belgiers – Ellen Barksdale

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Das ist die vierte Folge der Reihe um Nathalie Ames. Bei diesem Fall geht es rasant zu in dem kleinen, beschaulichen Städtchen Earlsraven. Der ansässige Antiquitätenhändler wird ermordet – mit einem Samurai-Schwert aus seinem Fundus. Bei der Aufklärung dieses Mordfalls unterstützen nicht nur Nathalie und Louise den Constable, sondern auch ein zufällig anwesender Privatdetektiv aus Belgien. Gemeinsam kommen sie dem Täter schnell auf die Spur … doch war es der Verdächtige wirklich?

Diese Folge war im Vergleich zu den bisherigen rasanter und amüsanter. Durch das „Mitermitteln“ des Belgiers, treten Nathalie und Louise ein klein wenig in den Hintergrund.
Aber auch für Nathalie geht die Planung weiter. Sie kümmert sich um die Buchhaltung des „Black Feather“ und bekommt die Möglichkeit, die Möbel ihrer Tante zu verkaufen. Es wird also immer wahrscheinlicher, dass sie dort bleibt und das Pub im Sinne ihrer Tante weiterführt.

Ich mag die Stimme von Vera Teltz sehr gerne, vor allem war es in diesem Fall amüsant, da der Belgier natürlich einen französischklingenden Akzent hatte. Nach und nach lernt man die Bewohner des Ortes, die Stammkunden und die Mitarbeiter kennen. Ich bin gespannt, wer wohl in den nächsten Fall verwickelt ist.

Spannungsgrad 5 von 5
9 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Nur noch ein einziges Mal – Colleen Hoover

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Achtung: Triggerwarnung: Häusliche Gewalt

„Nur noch ein einziges Mal“ ist das erste Buch, das ich von Colleen Hoover gelesen habe – bzw. in diesem Fall habe ich es als Hörbuch angehört. Durch verschiedene Blogger und Bookstagramer wusste ich aber schon, dass Colleen Hoover in ihren Büchern (die ich im Genre New Adult einsortieren würde) auch ernste Themen verarbeitet und war dementsprechend darauf gefasst.

„Tote Väter, dauer-singende Mitbewohnerinnen und fragwürdige Grabreden kommen einem nicht mehr ganz so schlimm vor, wenn die Nacht so sternenklar ist, dass man die Großartigkeit des Weltalls bis in die letzte Faser spürt.“

Nur noch ein einziges Mal – dtv

Lily ist eine junge Frau, gerade frisch umgezogen und hat kurz zuvor ihren Vater beerdigt. Doch darüber ist sie nur bedingt traurig.
An einem der ersten Abende in ihrer neuen Wahlheimat lernt sie Ryle kennen, einen jungen, erfolgreichen Arzt. Und als sie ein paar Monate später ihren Traum eines eigenen Blumenladens verwirklichen kann, scheint ihr Glück perfekt.
Doch alles wird ein bisschen überschattet von Lilys Kindheit und Jugend – Erlebnisse, die sie ihrem Tagebuch anvertraut hat und von denen wir als Leser/Zuhörer erfahren.
So lernen wir auch Atlas kennen, Lilys erste große Liebe, der damals von einem Tag auf den anderen verschwand. Und dann trifft sie ihn unerwartet wieder. Als Ryle die Vorgeschichte erfährt, wird er nicht nur eifersüchtig.

Ich mochte Lily von der ersten Minute an. An ihre jugendlichen Tagebucheinträge musste ich mich zwar kurz gewöhnen, aber auch die mochte ich dann recht schnell, weil sie parallel zu Lilys aktuellem Leben, die „Vorgeschichte“ mit ihr und Atlas erzählt.

Es berührt mich sehr, wenn „Unterhaltungsliteratur“ eine Botschaft hat. Und aus diesem Buch habe ich sogar zwei für mich mitgenommen:
– Du kannst alles schaffen, was du willst (das zeigt Atlas, denn er hat viel erreicht)
– Sei immer ehrlich zu dir selbst und sei dir selbst wichtig (das muss Lily lernen).

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Grenzfall – Der Tod in ihren Augen – Anna Schneider

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„Der Tod in ihren Augen“ ist der erste Fall, bei dem Alexa Jahn und Bernhard Krammer ermitteln.
Unterschiedlicher könnten die zwei nicht sein. Alexa ist Anfang 30, hat gerade eine Stelle bei der Kripo Weilheim, in der Nähe der österreichischen Grenze angetreten, und hofft auf eine gute Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen.
Dass gleich an ihrem ersten Tag eine Frauenleiche an einer Felswand gefunden wird, deren Beine fehlen, welche wiederum auf der österreichischen Seite am Achensee auftauchen, hätte sie nicht erwartet.

Somit wird das LKA Tirol eingeschaltet, vertreten durch den 60-jährigen Bernhard Krammer, der zwar viel Erfahrung, aber auch Resignation mitbringt.

„Zu Beginn seiner Laufbahn, da hatte er noch geglaubt, das alles hätte einen Sinn. Doch das war, bevor sich die vielen Bilder der brutal Getöteten in sein Gehirn gefressen hatte, wo sie nun fest verankert waren.“

Grenzfall – Der Tod in ihren Augen – Fischer Verlag

Ich muss leider sagen, dass mir beide Ermittler nicht sonderlich sympathisch waren. Bernhard Krammer nicht, weil er augenscheinlich gesundheitliche und psychische Probleme hat, sich aber keine Hilfe holt und Alexa Jahn nicht, weil sie verkrampft versucht, sich in einer selbsteingeredeten Männerdomäne zu behaupten.
Zudem fand ich es ziemlich schade, dass viele Seiten „verschwendet“ wurden, auf diesem Klischee herumzureiten, anstatt den Fokus auf die Ermittlungen und die zu klärenden Fragen zu legen.

Auch wenn der Fall, den die Kripo und das LKA hier zusammen zu lösen versuchen, spannend war, werde ich wohl keinen der Folgebände lesen. Der nächste Teil der Krimiserie erscheint voraussichtlich im Januar 2022.

5 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Das Geheimnis der Themse – Susanne Goga

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Auch wenn es nicht direkt erkennbar ist, ist „Das Geheimnis der Themse“ Band 2 einer in London spielenden Reihe. In beiden Romanen ist Charlotte eine der Protagonistinnen und die Themse spielt eine wichtige Rolle. Man muss „Der verbotene Fluss“ aber nicht zwingend gelesen haben, denn beide Bücher erzählen unabhängig voneinander ihre Geschichte.

Wir befinden uns also im London des Jahres 1894. Charlotte ist verheiratet mit Tom, der als Theaterkritiker und (heute würde man wohl sagen) freier Journalist arbeitet.
Von einem Bekannten wird er beauftragt, ein ganzes Buch zu schreiben.

„Sie sollen Orte aufsuchen, die man mit dem Übernatürlichen in Verbindung bringt, Ihre Eindrücke schildern und natürlich auch historische Fakten dazu liefern. Es soll eine Art magischer Atlas dieser Stadt werden.“

Das Geheimnis der Themse – Diana Verlag

Zuerst ist Tom zurückhaltend, doch als sein Auftraggeber ihm „freie Hand“ verspricht, ist er begeistert und hofft, dass seine Frau ihn bei der Recherche unterstützt und sie so ihre aktuellen Beziehungsprobleme etwas verdrängen können.

„[…] er wusste, wie viel Abenteuerlust in ihr steckte. Neugier. Der Drang, unter die Oberfläche zu schauen.“

Das Geheimnis der Themse – Diana Verlag

Nach anfänglichen, harmlosen Recherchen, häufen sich merkwürdige Zufälle … Hinweise auf Rituale und der ungeklärte Tod einer jungen Frau, die in der Themse ertrank.
Charlotte und Tom geraten bei ihren Recherchen zunehmends in Gefahr.

„Wir haben uns in etwas verstrickt, das wir nicht mehr überblicken können.“

Das Geheimnis der Themse

Bei Susanne Goga finde ich es immer wieder faszinierend, wie sie es schafft, so mitreißende Protagonisten zu gestalten. Normalerweise sind das 19. und 20. Jahrhundert nicht meine Lieblingszeiten bei historischen Romanen. Doch die Autorin schafft es immer wieder, eine tolle Atmosphäre zu erzeugen und eine spannende Handlung, egal in welches Jahrzehnt, zu platzieren.

Dieses Buch habe ich gemeinsam mit Susanne Edelmann gelesen. Sie hat es ebenfalls rezensiert. Schaut doch mal bei ihr vorbei –> Link

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Die Geschichte eines Lügners – John Boyne

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Die Welt liegt dir zu Füßen, du musst nur die richtige Geschichte erzählen.

Dieses Buch lässt mich mit einer geteilten Meinung zurück. Zum einen fand ich den Klappentext genial – er hat mich richtig neugierig gemacht – und dann war ich enttäuscht, weil der Klappentext nur einen Bruchteil des Buches beschreibt.

Klappentext:
Maurice Swift ist Schriftsteller. Er hat Stil, kann brillant erzählen, doch ihm fehlen die Geschichten. In Westberlin trifft er auf sein Idol, Erich Ackermann, der gerade mit einem großen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Ackermann verfällt dem charmanten jungen Mann, der sich für alles, was er sagt, interessiert. Er nimmt ihn mit auf Lesereise durch Europa und erzählt ihm sein Geheimnis. Es ist diese Geschichte, für die Maurice endlich als Autor gefeiert wird. Und die Ackermanns Karriere beendet. Maurice dagegen ist schon auf der Suche nach dem nächsten Stoff…
Psychologisch raffiniert, hochspannend und mit funkelndem Humor erzählt John Boyne von der verführerischen Macht des Vertrauens und von einem, der für Ruhm alles tut. (www.piper.de)

Tatsächlich war Teil I des Buches echt gut. Wie im Klappentext beschrieben, geht es um Maurice Swift – einen jungen Mann, der gerne Schriftsteller wäre, dem aber die Ideen fehlen. Er lernt zufällig Erich Ackermann kennen, der recht erfolgreich ist und auf Lesereise geht. Er nimmt Maurice nicht nur auf diese Reise mit, sondern versucht aucht, ihm die Schriftstellerei näher zu bringen.

„Schau dich demnächst mal im Foyer um und frag dich: Was würden diese Leute auf jeden Fall vor mir verheimlichen wollen? Genau da findest du deine Geschichte.“

Die Geschichte eines Lügners – Piper Verlag

Obwohl Ackermann rund 40 Jahre älter ist, entwickelt er beinahe krankhafte Gefühle für Maurice, will ihn nur für sich haben. Doch nachdem dieser genug erfahren und Ackermanns Geheimnis in einem Roman verarbeitet hat, springt er weiter zum nächsten Autor.

„Fasziniert betrachtete Gore das Gesicht des Jungen. Er hätte nicht mit Sicherheit sagen können, was er gerade dachte, aber über den Ausdruck allein hätte er tausend Worte schreiben können.“

Die Geschichte eines Lügners – Piper Verlag

Verstörender Weise sind diese alle ältere, erfolgreiche Schriftsteller, die ein körperliches Interesse an Maurice haben. Jeder darf lieben, wen er will, aber ich für meinen Teil will lieber nichts über alte, homosexuelle Männer und deren Neigungen wissen – vor allem, wenn es zu so viel jüngeren Männern ist.

Es war auf jeden Fall ein psychologisch raffiniert aufgebauter Roman, aber für mich ist die Sympathie zum Protagonisten beim Lesen wichtig – und hiervon gab es Maurice Swift gegenüber leider gar keine. Auch wenn nicht alle Kapitel aus seiner Perspektive erzählt waren … mein Fall war dieser Roman leider nicht.

3 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Böses Blut – Robert Galbraith

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Robin und Strike ermitteln wieder. Mittlerweile hat die Detektei sich vergrößert – nicht nur das, auch die Warteliste mit Klienten ist größer geworden. Neben einer neuen Sekretärin, gibt es noch einen zusätzlichen Ermittler.
Robin geht in ihrem Beruf als Detektivin voll auf – vor allem, seit sie Strikes Partnerin in der Detektei ist und sie zuhause nicht mehr von Matthew deswegen schräg angeschaut wird.

Dieses Mal werden die beiden zum ersten Mal mit einem Cold Case Fall betraut. Eine Frau beauftragt die beiden, das Verschwinden ihrer Mutter vor 40 Jahren aufzuklären.
Nach so einer langen Zeit verwertbare Spuren zu finden, ist nicht leicht. Und noch schwieriger gestaltet sich das Auffinden und Befragen von (Zeit-)Zeugen. Doch wir kennen Cormoran ja schon recht gut. Er kann kein Rätsel ungelöst lassen.

„Er konnte nicht anders. Er musste mehr in Erfahrung bringen.“

Böses Blut – Blanvalet Verlag

Also beginnen Robin und Strike neben Observierungen, die bei ihren anderen Fällen anstehen, Nachforschungen anzustellen. Über Kontakte bei der Polizei erhalten sie Zugang zu den damaligen Ermittlungsakten, doch leider stellt sich schnell heraus, dass der erste Ermittler verrückt gewesen zu sein scheint.
Einer der damaligen Hauptverdächtigen ist ein Serienmörder, der unzählige Frauen entführt, gequält, vergewaltigt und ermordet hat. Das ruft vor allem bei Robin böse Erinnerungen hervor:

„So locker und leichthin konnte nur Menschen reden, die nie blinde Angst empfunden hatten, die nie wehrlos Angst empfunden hatten, die nie wehrlos brutaler Aggression und eisigem Stahl ausgeliefert gewesen waren, die nie ein nach Schwein klingendes Grunzen an ihrem Ohr gehört oder in kalte, starre Augen hinter einer Maske geblickt oder ihr eigenes Fleisch reißen gespürt und gleichzeitig kaum Schmerz empfunden hatten, weil der Tod ihnen so nahe war, dass sie seinen Atem schon riechen konnten.“

Böses Blut – Blanvalet Verlag

Doch nicht nur Robins Gefühlswelt wird auf den Kopf gestellt, auch Strike hat mit allem Möglichen zu kämpfen:

„Dann schloss er die Augen und fragte sich wie Millionen Menschen, warum Probleme nicht schön der Reihe nach, sondern immer wie eine Lawine über einen hereinbrachen, sodass man keine Zeit hatte, sich von einem Schlag zu erholen, bevor einen auch schon der nächste traf.“

Böses Blut – Blanvalet Verlag

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek