Frühlingsreisen – Thomas Kastning, Martin C. Welker

[Werbung – Rezensionsexemplar] Holiday Reisebuch

Im Moment weiß man ja nicht, ob man beim Thema Reisen lieber heulen oder mutig planen soll. Wenigstens kommt der Frühling mittlerweile und schickt uns nicht nur wärmende Sonnenstrahlen (und Regen) sondern auch blühende Frühlingsboten.

„Also bin ich in den Süden Europas gefahren, auf Gibraltars Felsen geklettert und habe mit Blick auf Nordafrika den Frühling begrüßt. Von hier sind wir gemeinsam gen Deutschland gereist, und unterwegs hat er mir einige seiner schönsten Kunststücke gezeigt.“

Holiday Reisebuch – Frühlingsreisen

Die Idee von Holiday Reisebuch, einen Reiseführer zusammen zu stellen, der der Reiseroute des Frühlings vom Mittelmeer bis zur Ostsee folgt, finde ich genial.
Die Route beginnt in Gibraltar am Mittelmeer und folgt erstmal der Küste entlang in Richtung Frankreich, dort dann der Rhône entlang, macht mehrere Stationen jenseits der Alpen und führ dann in Richtung Ostsee.

Die ganze Frühlingsreise lässt sich aufgrund der Pandemie im Moment wohl nicht umsetzen, aber zumindest die wundervollen Stops in Deutschland können wir hoffentlich bald besuchen (und wenn es nur für einen Tagesausflug ist.)

Jeder Stopp hat einen Link zu einer Online-Karte von Google, zählt mögliche Sightseeing-Spots auf und informiert auch z. B. über geschichtliche und geografische Hintergründe.
Auch Restaurant- und Übernachtungstipps geben die Autoren mit auf den Weg – meist auch mit einem direkten Link aus dem eBook zur Website des jeweiligen Anbieters.

Dieses Konzept fand ich schon beim Buch „Hiergeblieben – 55 fantastische Reiseziele in Deutschland – Jens von Rooij“ toll.
Beide etwas „untypischen“ Reiseführer sind wahre Schätze auf unserem iPad und wir werden hoffentlich bald viele dieser wundervollen Sehnsuchtsorte besuchen können.

~~~ Noch was Wissenswertes zum Schluss. Holiday gehört zu Travel House Media und damit zur Verlagsgruppe Gräfe Unzer (GU). Da gibts noch ganz viele weitere Reiseratgeber, die Fernweh machen. ~~~

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Brot & Honig – Birgit Fazis

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Kochbuch

Seit ich mich letztes Jahr intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt habe, finden regelmäßig neue Kochbücher zu mir. Dabei ist es mir wichtig, saisonale, leicht kochbare und vor allem leckere Rezepte vorzufinden.
Ich liebe es, wenn es einige dieser Rezepte schaffen, in mein „Standard-Repertoire“ aufgenommen zu werden und somit immer wieder gekocht werden.
Einige der Rezepte aus diesem Kochbuch haben auf jeden Fall das Potenzial dazu.

„Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das echte, gute und ursprüngliche Leben, nach dem wir uns in dieser schnellen und überhitzten Welt alle sehnen.“

Brot & Honig – Thorbecke Verlag

Für mich ist dieses Kochbuch ein Stück Heimat. Die Autorin – Birgit Fazis – entschleunigt mit ihren saisonalen Rezepten, mit selbstgemachten Leckereien und Erfrischungen unseren Alltag.

Aufgeteilt in

– Frühling auf dem Land
– Rezepte aus der Sommerküche
– Herbstzeit in der Küche
– der Duft der Winterzeit


bietet sie passende Rezepte für jede Jahreszeit. Zusätzlich zu den Rezepten gibt die Autorin noch 10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit in der Küche und tolle DIY-Ideen.

Foto: Birgit und Emma Fazis (c) 2021 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Für mich sind an diesem Kochbuch die Fotos und das Design besonders gut gelungen. Jede Seite ist wunderschön und liebevoll gestaltet. Zudem finde ich es immer toll, wenn Rezepte nach Jahreszeiten aufgeteilt sind und ein Kochbuch so durchs ganze Jahr begleiten kann. Vor allem deshalb, weil wir ja selbst einiges an Obst & Gemüse im Garten anbauen.
Mein Lieblingsrezept ist bisher die Möhrentarte, doch was das Sauerteigbrot backen angeht, muss ich wohl noch etwas üben … bzw. geduldig mit mir selbst sein.

Eine super leckere, frühlingshafte Erfrischung ist der Rhabarbereistee.

Foto: Birgit und Emma Fazis (c) 2021 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Brot & Honig ist ein tolles Kochbuch für alle, die ihren Alltag ein bisschen entschleunigen wollen und gerne mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln kochen.

9 von 10 Kochbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Die Wahrheit der Dinge – Markus Thiele

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Buch

Wie schon in „Echo des Schweigens„, steigt Thiele mit einem beeindruckenden Zitat in den Roman ein.

„Prüft euch nur, ob ihr gerecht sein könnt, wenn ihr es wolltet.“

Friedrich Nietzsche

Und nicht nur im Gerechtigkeit geht es in diesem Band. Auch um Recht, richtig oder falsch, und die deutsche Rechtsprechung.

Der Protagonist, Frank Petersen, ist Strafrichter. So schwierig sein Job auch ist und so schlimme Sachen er sieht, hört und weiß, er arbeitet gern. Zumindest bisher. Doch dann gerät er wegen eines umstrittenen Rechtspruchs heftig in die Kritik. Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern vor allem bei seiner Familie. Dass sein Urteil kritisiert wird und vielleicht sogar beim BGH aufgehoben wird, macht ihm zu schaffen.

„Sein Appetit ist begrenzt, seit Tagen. Das wundert ihn nicht, das war schon immer so, wenn er Grundsatzfragen gewälzt hat. Und so grundsätzlich ging es ihm noch nie ans Eingemachte, in jeder Hinsicht.“

Die Wahrheit der Dinge – Benevento Publishing

Petersen ist davon überzeugt, dass er sorgfältig abwägt, alle Fakten betrachtet und so auch zu einem gerechten und obejktiven Urteil gelangt ist. Sollte das nun nicht der Fall sein?

„Selbstkritik braucht Mut.“

Die Wahrheit der Dinge – Benevento Publishing

Also versucht er, mutig zu sein. Hinterfragt sich selbst. Versucht herauszufinden, ob er sich von Vorurteilen beeinflussen lässt. Und schließlich ist ein Urteil aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet gerecht und ungerecht zugleich.

„Fragen Sie den Mörder, ob er lebenslänglich als gerecht empfindet. Er wird anders antworten als die Angehörigen des Opfers.“

Die Wahrheit der Dinge – Benevento Publishing

Durch die Grübeleien über sein letztes Urteil, werden Erinnerungen an ein Verfahren geweckt, das schon einige Jahre her ist und bei dem er kein Urteil mehr sprechen konnte. Was hat er damals falsch gemacht? Als die Straftäterin Corinna Maier nach mehreren Jahren Haft frühzeitig entlassen wird, die damals im Gerichtssaal einen mutmaßlichen Mörder erschoss, muss er sie unbedingt sehen und mit ihr sprechen.

„Er war der falsche Mann am falschen Ort. […] Niemals darf ein Richter aus einer Motivation heraus entscheiden, die nichts mit dem Gesetz zu tun hat.“

Die Wahrheit der Dinge – Benevento Publishing

Doch was ist nun richitg und was falsch?
Hat er damals wie heute richtig gehandelt?

„Die Wahrheit der Dinge“ ist ein gesellschaftskritischer Roman, der zum Nachdenken über Urteile, Vorurteile und die Wichtigkeit von Sicherheit, Gleichberechtigung und Rechtsprechung anregt.

„Die Wahrheit der Dinge ist die Summe ihrer Unwahrheiten.“

Die Wahrheit der Dinge – Benevento Publishing

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Vegan – Das Goldene von GU

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Kochbuch

Mittlerweile ist Veganismus beinahe ein Trend. Die Gründe, sich vegan zu ernähren dabei ganz unterschiedlich.

„Vegan essen heißt also: Gewohnheiten durchbrechen, Neues ausprobieren, den Teller neu sortieren und über seinen Rand schauen.“

Vegan – Das Goldene von GU – GU Verlag

Bei uns kommt aus 3 Gründen immer mal wieder etwas Veganes auf den Tisch:

  1. Wir haben Freunde, die Veganer sind und wir wollen trotzdem zusammen kochen, also probieren wir einfach zusammen neue Rezepte aus.
  2. Durch das Kochbuch von Lynn Hoefer (Einfach himmlisch gesund), wurde ich total inspiriert und mir schmeckt alles davon so gut.
  3. Es ist uns wichtig, möglichst nachhaltig und gesund zu leben. Damit geht für uns einher, dass wir unseren Fleischkonsum bewusst zurückschrauben und darauf achten, wo und wie etwas produziert wurde, das wir kaufen.

„Wer aber im Großen und Ganzen saisonal einkauft und kocht und häufig zu Biolebensmitteln greift, tut Umwelt und Klima definitiv viel Gutes!“

Vegan – Das Goldene von GU – GU Verlag

Seit Längerem versuchen wir, fast ausschließlich Biolebensmittel zu kaufen und das möglichst saisonal und regional.
Von diesem Kochbuch habe ich mir nun also viel Inspiration erhofft, … der Formulierung kann man schon entnehmen, dass meine Erwartungen leider nicht erfüllt wurden.
Obwohl das Buch 300 Rezepte enthält, habe ich beim Durchblättern nur 10 ausgesucht, die ich ausprobieren möchte. Mein Problem war vor allem, dass ich ungern auf Ersatzprodukte aus Tofu, Soja, etc. zurückgreife, sondern lieber Rezepte nachkoche, die weder Fleisch und sonstige tierische Produkte benötigen, noch diese durch ein Ersatzprodukt ersetzen.

Trotzdem gab es zwei Highlights: Pitataschen mit gerösteten Kichererbsen und die Kräuter-Röstkartoffeln. Beides super leckere Gerichte.
Ich werde sicherlich noch ein paar Rezepte ausprobieren, aber wirklich überzeugen konnte mich dieses Kochbuch leider nicht.

5 von 10 Kochbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Die Stadt der Tränen – Kate Mosse

[Werbung – Leseexemplar] Mehr zum Buch

Seit Band 1 „Die brennenden Kammern“ sind einige Jahre vergangen. Minou und Piet haben geheiratet, sind auf das Anwesen in Puivert geogen und haben 2 Kinder bekommen.
Als 1572 die Hochzeit von Margeruite de Valois und Henri de Bourbon ansteht, werden auch Minou und Piet eingeladen, an den Festlichkeiten in Paris teilzunehmen.
In Frankreich schwelt noch immder der Konflikt zwischen Katholiken und Hugenotten, schlussendlich entscheiden sich die beiden aber, trotzdem nach Paris zu reisen, auch um Aimeric zu sehen, der im Gefolge des Admiral de Coligny dient.
Doch schon bevor sie aufbrechen, überschlagen sich die Ereignisse. Zudem scheint Piet etwas zu bedrücken. Gerade als er mit Minou sprechen will, werden sie jedoch von ihrer Tochter Marta unterbrochen.

„Wenn Minou zurückblickte in den Monaten und endlosen Jahren, die folgen sollten, betrachtete sie dieses erste leise Missverständnis als den Wendepunkt, diesen einen Herzschlag der Zeit, von dem an – hätte nur Marta nicht gerufen – eine andere Geschichte erzählt worden wäre.“

Die Stadt der Tränen – Bastei Lübbe

Band 2 dieser Reihe hat mich wieder von der ersten Seite an gefesselt. Piet und Minou sind starke Charaktere, die einem das Mitfühlen sehr leicht machen.
Leider war ich bisher noch nie in Paris, aber die Stadt muss damals schon sehr eindrucksvoll gewesen sein. Kurz nach der Hochzeit kommt es aber in der überfüllten Stadt zu blutigen Kämpfen zwischen Hugenotten udn Katholiken, was Minou und ihre Familie schmerzlich auseinanderreißt. Ich bewundere Minou für ihren Mut und ihre Stärke.

„Eine Welle der Traurigkeit überkam sie. Vergangene Entscheidungen zu bedauern war sinnlos. Sie konnte nicht zurück. Sie konnte nur versuchen, das Beste aus der Gegenwart zu machen und zu schätzen, was sie noch hatten.“

Die Stadt der Tränen – Bastei Lübbe

Ein wahrlich rasanter 2. Teil. Ich bin schon sehr gespannt, was uns in Band 3 erwartet.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Eine Sehnsucht nach morgen – Eva Völler

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Buch

„Eine Sehnsucht nach morgen“ ist Band 3 und damit der Abschluss der Ruhrpott-Saga. In Band 1 lag der Fokus auf Katharina. Inge stand in Band 2 im Vordergrund und im 3. Band geht es vorrangig um Bärbel, aber auch Jakob spielt eine wichtige Rolle.
Es sind wieder einige Jahre seit dem letzten Band vergangen. Es ist 1968 und Bärbel ist mit ihrem Medizinstudium fertig und arbietet in einer Hamburger Klinik. Doch nach einem Zwischenfall bricht sie alle Brücken nach Hamburg ab und kehrt in ihre Heimatstadt Essen zurück.
Für kurze Zeit wohnt sie wieder in ihrem Kinderzimmer und begegnet damit zwangsläufig ihrer Jugendliebe Klaus, der mit Frau und Tochter in sein Elternhaus nebenan einzieht, das er renoviert hat.

Bärbel kämpft mit gesellschaftlichen Konventionen und der Stellung der Frau – vor allem mit ihren männlichen Arbeitskollegen gibt es immer wieder Situationen, in den Bärbel ihr vorlautes Mundwerk nicht halten kann.
Und sie kämpft mit sich selbst und ihren wieder aufflammenden Gefühlen für Klaus.

„Hör niemals auf andere Leute, sondern immer nur auf dein Herz, kleiner Bruder!“, hatte sie ihn beschworen. „Denn das kann nicht lügen!“

Eine Sehnsucht nach morgen – Bastei Lübbe

Jakob geht in die vorletzte Schulklasse, ist ein mathematischer Überflieger und zum ersten Mal verliebt. Doch nicht nur für Algebra interessiert er sich. Auch für das politische Geschehen. Er engagiert sich in verschiedenen Gruppen, geht auf Demos und setzt damit unwissentlich seine berufliche Zukunft aufs Spiel.

Auch in diesem Band ist es wieder ein Auf und Ab der Gefühle. Wenn alles gut scheint, passiert etwas Unerwartetes. Bärbel und ihre Geschwister haben schon so viele Schicksalsschläge erlebt und überwunden. Sie halten alle zusammen, sowohl in der Familie, als auch in der Nachbarschaft.

„Es ging ums Zusammensein. Das war im Leben die Hauptsache. denn wo die Menschen zusammen waren, musste niemand allein sein.“

Eine Sehnsucht nach morgen – Bastei Lübbe

Ein wundervoller Abschluss der Trilogie. Ich danke Eva Völler von Herzen, dass sie mir nicht nur einen geschichtlichen „Einblick“ in die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts gewährt, sondern sie mich hat fühlen lassen.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Bretonischer Zitronenzauber – Hannah Luis

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Buch

Um dieses wundervolle Buch einem Genre zuzuordnen, würde ich einfach ein neues erfinden. Für mich war es ein Urlaubsabenteuer-Kulinarischeswohlfühlen-Liebesroman.
Protagonistin ist Mona, Ende 20, die sehr unter dem Verlust ihrer Oma Fine leidet, die kurz zuvor verstorben ist. Sie verbindet sehr viel mit ihrer Oma, weil sie viel Zeit miteinander verbracht haben, ihre Familie generell klein ist, sie von ihr das Backen gelernt hat und Fine ihre zusätzlichen Halt im Leben gegeben hat.

„Anders als der Rest des vollzählig zur Beerdigung angetretenen Backclubs hatte sich Fine nie damit zufriedengegeben, stur Rezepte zu befolgen, sondern stets etwas abgeändert, verfeinert, ausprobiert, eine persönliche Note hinzugefügt.“

Bretonischer Zitronenzauber – Heyne Verlag

Diese Beschreibung macht mir Oma Fine direkt sympathisch und ich glaube, ihre Kuchen, Torten und sonstigen Süßgebäcke waren jedes Mal ein besonderer Leckerbissen. Beim ersten Mal halte ich mich immer an das Rezept, aber dann passe ich oft Feinheiten an.
Als Mona mit ihrer Mutter die Unterlagen von Oma Fine sortiert und dafür auch auf deren Dachboden Ordnung in die Kartons bringt, findet Mona einige bretonische Rezepte und erfährt, dass ihre Uroma für einige Jahre in der Bretagne war, über die Zeit aber nie gesprochen hat. Und vor allem hat sie ein Geheimnis daraus gemacht, warum sie mit einem Kind, aber ohne Mann aus der Bretagne wiederkam. Kurzerhand beschließt Mona Urlaub zu nehmen und in die Bretagne zu fahren, um die Geheimnisse um ihre Uroma zu lüften.

„In den vergangenen Wochen hatte sich schließlich einiges in ihrem Leben gewandelt. Da blieb es nicht aus, dass auch sie sich veränderte, oder?“

Bretonischer Zitronenzauber – Heyne Verlag

Mona wächst auf der Fahrt über sich hinaus. Mit ihrem Hund Flint lässt sie sich einfach treiben, was sonst gar nicht so ihre Art ist. Auf der Suche nach Hinweisen zu ihrer Uroma lernt sie einige Bretonen kennen. Allen voran Louan, der ganz schön grummelig ist, was aber daran liegt, dass er eine heftige Zeit hinter sich hat. Was man von Mona lernt ist, alles, was auf den ersten Blick nicht positiv erscheint, nochmal zu betrachten … denn an allem ist auch etwas Gutes dran.

„Lass dich nicht vom Äußeren täuschen“, sagte Mona und wurde sich bewusst, auf wie vieles sich diese Worte anwenden ließen. […] „Es steckt viel mehr hinter der Fassade als du ahnst.“

Bretonischer Zitronenzauber – Heyne Verlag

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Ein Gefühl von Hoffnung – Eva Völler

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Buch

Achtung! Spoiler! Wer Band 1 noch nicht gelesen hat, sollte die Rezension (oder auch schon den Klappentext) zu Band 2 nicht lesen.

„Im Leben eines jeden Menschen gibt es Wünsche, die so elementar sind, dass man alles nur Erdenkliche tun würde, um sie wahrzumachen.“

Ein Gefühl von Hoffnung – Bastei Lübbe

So geht es Inge … und Johannes, nachdem in „Ein Traum vom Glück“ – Band 1 der Ruhrpott-Saga – Katharina bei der Geburt von Inges und Bärbels kleinem Bruder stirbt. Seitdem sind einige Jahre vergangen.
Doch Ende der 50er Jahre bleibt nicht viel Zeit, zu trauern. Inge, Johannes und Karl versuchen bei der Arbeit genug Geld zu verdienen, um die ganze Familie, die immer noch bei Oma Mine lebt, über Wasser zu halten.
Inge hat dafür die Schule beendet und arbeitet in einer Buchhandlung. Bärbel geht aufs Lyzeum, doch hat dort immer wieder Schwierigkeiten, weil sie immer das sagt, was sie denkt und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden hat.
Doch das sind nicht die einzigen Schwierigkeiten, die sie alle gemeinsam als Familie meistern müssen.

„Und noch etwas erkannte sie in diesem Augenblick. Unter der Oberfläche ihrer Gedanken hatte es schon die ganze Zeit geschlummert, als diffuse Ahnung, wie ein Bild hinter einem Vorhang.“

Ein Gefühl von Hoffnung – Bastei Lübbe

Inge steht in diesem Band verstärkt im Vordergrund, denn in diesem Jahr soll sie ihren Jugendfreund heiraten. Doch etwas hält sie davon ab. Ist ihr Jugendfreund wirklich ihre wahre Liebe?

„Sie hatte sich nicht vorgestellt, dass die Liebe sich so anfühlen würde. So unausweichlich, so schmerzhaft, so verflucht aussichtslos.“

Ein Gefühl von Hoffnung – Bastei Lübbe

Eva Völler nimmt uns mit ins Jahr 1959, in einen Umbruch in der Arbeitergesellschaft, in eine Zeit, die mehr Hoffnung verspricht als die Jahre zuvor.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Restposten – Michael Opoczynski

[Werbung – Rezensionsexemplar] Mehr zum Buch

Sind unsere Jobs noch zu retten?

Michael Opoczynski, der 20 Jahre lang Leiter und Moderator der ZDF-Sendung „WISO“ war, stellt sein journalistisches Geschick mal wieder unter Beweis. In den letzten Jahren habe ich seine Bücher mit den Fällen der „Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen“ gelesen. Nun hat er ein Sachbuch geschrieben.
Erschienen ist es im August 2020, jetzt aber noch genauso aktuell, wenn nicht aktueller. Auch wenn bis zu diesem Zeitpunkt letzten Jahres die Pandemie „erst“ 5 Monate andauerte, hat er schon ihr ganzes Ausmaß begriffen, was die Auswirkungen auf die Arbeitswelt betrifft.
Und das, obwohl der eigentliche Schreibprozess ja noch früher stattgefunden hat.

„Ein Großteil unserer Alltagsjobs – Verkäufer, Lastwagenfahrer, Bankmitarbeiter und viele mehr – ist dabei wegzubrechen.“

Restposten – Benevento Verlag

Michael Opoczynski geht bei seinen Ausführungen sehr gezielt vor. Denn zu jedem Job bringt er zwei Beispiele. Jeweils eine Firma, bei der schon jetzt klar ist, dass Jobs wegrationalisiert werden (oder sogar schon wurden) und ein Unternehmen, das es „besser macht“.
Damit zeigt er auf, wie Unternehmen auf die Digitalisierung reagieren, was durch die Pandemie nochmal einen Turboboost bekommen hat.

„Krisen machen Angst. Revolutionen auch. Aber sie machen auch Hoffnung. […] Wir sollten uns Klarheit verschaffen, wo wir hin wollen mit unserem Schaffensdrang und unserer Arbeitskraft, damit wir nicht zu den Verlierern der Krise gehören. Zu den Restposten.“

Restposten – Benevento Verlag

Opoczynski hat ein wirklich passendes Sachbuch geschrieben, das den aktuellen Wirtschaftsstatus und -umbruch umreißt, uns wachrüttelt, informiert und motiviert, aus der jetzigen Situation das Beste zu machen – umzudenken, unsere Betriebe zu transformieren und gefestigt in die Zukunft zu gehen.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Der Besuch des lächelnden Belgiers – Ellen Barksdale

[Werbung] Mehr zum Hörbuch

Das ist die vierte Folge der Reihe um Nathalie Ames. Bei diesem Fall geht es rasant zu in dem kleinen, beschaulichen Städtchen Earlsraven. Der ansässige Antiquitätenhändler wird ermordet – mit einem Samurai-Schwert aus seinem Fundus. Bei der Aufklärung dieses Mordfalls unterstützen nicht nur Nathalie und Louise den Constable, sondern auch ein zufällig anwesender Privatdetektiv aus Belgien. Gemeinsam kommen sie dem Täter schnell auf die Spur … doch war es der Verdächtige wirklich?

Diese Folge war im Vergleich zu den bisherigen rasanter und amüsanter. Durch das „Mitermitteln“ des Belgiers, treten Nathalie und Louise ein klein wenig in den Hintergrund.
Aber auch für Nathalie geht die Planung weiter. Sie kümmert sich um die Buchhaltung des „Black Feather“ und bekommt die Möglichkeit, die Möbel ihrer Tante zu verkaufen. Es wird also immer wahrscheinlicher, dass sie dort bleibt und das Pub im Sinne ihrer Tante weiterführt.

Ich mag die Stimme von Vera Teltz sehr gerne, vor allem war es in diesem Fall amüsant, da der Belgier natürlich einen französischklingenden Akzent hatte. Nach und nach lernt man die Bewohner des Ortes, die Stammkunden und die Mitarbeiter kennen. Ich bin gespannt, wer wohl in den nächsten Fall verwickelt ist.

Spannungsgrad 5 von 5
9 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek