Ein Lied für Molly – Claudia Winter

[Werbung – Rezensionsexemplar] Zum Buch

Vor einigen Jahren habe ich schon mal ein Buch von Claudia Winter gelesen.
Ehrlicherweise hat mich das damals nicht vom Hocker gehauen. Aber als meine Freundin Alex von „Lesebuch – Meine Bücher und ich“ davon geschwärmt und mich gefragt hat, ob ich es nicht auch rezensieren möchte, konnte ich nicht nein sagen.
Zwei meiner früheren Kritikpunkte haben sich auch dieses Mal wieder bestätigt:
– alles ziemlich Hollywood-dramatisch
– viele übertriebene (unnötige) Vergleiche, die manchmal den Lesefluss stören (und faktisch auch noch manchmal falsch sind).
Aber wenn man sich das ganze beim Lesen als Kinofilm vorstellt, dann ist alles stimmig und so habe ich mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten in die Handlung fallen lassen können.

Diese findet auf zwei Zeitebenen statt. Vor rund 20 Jahren lernen wir Professor Brenner kennen. Er war einst ein berühmter Pianist, kann mittlerweile gesundheitsbedingt aber nicht mehr auftreten, lässt deshalb Deutschland hinter sich und wird Musiklehrer an einer Privatschule in Dublin. Dort wird er von den Schülern irgendwann liebevoll Professor Beat genannt. In einem der Schüler erkennt Robert ein großes schlummerndes Talent und beginnt, diesen gezielt zu fördern.

„In diesem Raum gab es weder rote Samtsitze noch einen Orchestergraben, aber plötzlich verstand sie, in welcher Welt Brenner sich als junger Mann bewegt hatte.“

Ein Lied für Molly – Claudia Winter – Goldmann Verlag

Dann springt die Geschichte immer wieder ins heute, wo wir Bonnie und ihren Sohn Josh kennenlernen. Die beiden leben in einem Problemviertel und Bonnie schuftet sich krumm, um die beiden über Wasser zu halten. Als sie zusammen im Bus eine Notenmappe finden, landen sie, beim Versuch, den Besitzer ausfindig zu machen, bei Professor Brenner, in dessen Leben in den vergangenen 18 Jahren unglaublich viel passiert ist.

„Ohne seine Umgebung weiter wahrzunehmen, öffnete er behutsam die Klappe des Klaviers, roch Staub und Einsamkeit.“

Ein Lied für Molly – Claudia Winter – Goldmann Verlag

Doch es ist nicht seine Notenmappe, wie sich herausstellt, aber er will sich der Suche aus irgendeinem Grund anschließen. Und so kommt es, dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen …

Claudia Winter hat mich mit ihren besonderen und zeitweise eigenwilligen Charakteren gepackt. Die Sprünge zwischen den Erzählebenen waren genau an den richtigen Stellen, um die Spannung immer hoch zu halten. Das Cover ist wunderschön, wobei ich beim Lesen die Kulisse Irlands weniger durch Landschaftsbeschreibungen im Kopf hatte. Vieles, das sich auf Irland bezieht, waren nur irgendwelche Sprichwörter, Bezeichnungen, Traditionen und Gerichte, die ich mir widerum nur schlecht vorstellen konnte, weil sie mir gänzlich unbekannt sind.

Nun, da ich nun weiß, wie ich ihre Bücher lesen muss, gebe ich Claudie Winter vielleicht öfter mal eine Chance.

7 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Die fünf Portraits des toten Doktors – Ellen Barksdale

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Folge 11

Diese Folge war die für mich bisher spannendste. Seit Folge 1 weiß man als Zuhörer*in, dass die Köchin im Black Feather, Louise, in der Vergangenheit Agentin bei einem Geheimdienst war. Bei welchem verrät sie nicht – denn dann wäre der Geheimdienst ja nicht mehr geheim.

In dieser Folge entkommt ein Serienkiller aus dem Gefängnis, den sie einst geschnappt hat. Er kontaktiert sie und fordert sie heraus. Wie auch die Male zuvor, entführt er ein junges Mädchen, betäubt sie und versteckt diese an einem verlassenen Ort. Gleichzeitig sprengt jemand die Wache des Constables.
Louise braucht die Hilfe all ihrer Freunde.
Ob sie es schaffen, das Mädchen rechtzeitig zu finden und den Serienmörder zu schnappen?

Wieder einmal genial gelesen von Vera Teltz.
Ich mag diese Hörbuchreihe einfach ganz besonders, weil Nathalie eine tolle Hauptfigur ist und sich neben den Fällen, die sie mit Louise löst, auch eine komplexe Hintergrundgeschichte aufgebaut wird.
Man kann jede Folge für sich hören, da die Fälle immer in sich abgeschlossen sind, aber 100% Hörfreude hat man, wenn man die Folgen der Reihe nach anhört.

Spannungsgrad 5 von 5
9 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Reisebericht – Kieler Förde

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Auf diese Reise hatten wir uns schon lange gefreut. Denn ursprünglich war sie für 2020 geplant. Jetzt war es also nach langem Warten endlich soweit!

Reisefacts: Kiel – 4 Tage – Auto – Hotel

Foto: Bettina Dworatzek

Direkt am Hotel gab es einen kleinen Anleger, von dem unter der Woche regelmäßig eine Fähre hinüber in den Kieler Hafen pendelte. Diese nutzten wir, um in die Kieler Innenstadt zu gelangen. Dort an der Kiellinie zu stehen, die Schiffe zu beobachten, das Kreischen der Möwen und das Rauschen der Wellen zu hören war einfach toll. Vom Anleger aus ging es meist zu Fuß oder per Bus zu den unterschiedlichsten Zielen in der Stadt.
Wir haben das Rathaus besichtigt – wollten eigentlich unbedingt auf die Aussichtsplattform (die im Reiseführer so angepriesen wird), haben uns dann aber schlicht im Gebäude verlaufen und waren froh, dann irgendwann wieder einen Ausgang zu finden. Wir sind durch die Stadt gebummelt, haben uns das Aquarium GEOMAR und das Zoologische Museum angeschaut.

Foto: Bettina Dworatzek

Restaurants gibt es in Kiel wirklich viele. Da unser Hotel aber etwas außerhalb lag, konnten wir (mit Baby) die vielen Restaurants in der Innenstadt nicht ausprobieren. Um unsere Reisekasse etwas zu schonen, gabs erstmal eine MagicBag von TooGoodToGo von einer Bäckerei direkt um die Ecke. Da war so viel drin, dass wir uns für unterwegs auch etwas einpacken konnten. Aber an einem Abend waren wir im Restaurant Alte Mühle, das vom Hotel fußläufig erreichbar war und das der Reiseführer zurecht empfiehlt. Das Essen dort war genial!

Beim Ausflug an den Strand in Laboe waren wir verpflegungsmäßig etwas aufgeschmissen. Die Restaurantpreise waren echt heftig! Und so gab es einfach ein Backfischbrötchen und ’ne Portion Pommes von einem der Stände an der Promenade. Später dann hatten wir aber super leckeren Kuchen im Koffiehuis.

Geheimtipp: Kaffee und Kuchen im Koffiehuis in Laboe

Und dann haben wir nochmal einen Glücksgriff getan, weil wir sowieso tanken wollten und entschieden, ausnahmsweise mit dem Auto in ein noch weiter außerhalb liegendes Restaurant zu fahren. Das Restaurant La Perla in Schönkirchen bietet super leckere italienische Küche. Wir bekamen sehr leckeres Ciabatta mit Dip als Gruß aus der Küche, die Pizza war fantastisch und das Tiramisu ein Gedicht.

Foto: Bettina Dworatzek

Zum Shoppen bietet Kiel, wie jede andere Großstadt, eine lange Einkaufsstraße mit den typischen Markenläden. Auch wenn wir dank des Reiseführers auf die Holtenauer Straße aufmerksam wurden, in der es viele Einzelhändler gibt, haben uns die Läden jetzt trotzdem nicht vom Hocker gehauen. Dafür waren wir schon auf dem Hinweg im McArthurGlen Desinger Outlet Neumünster.

Perfekte Reisedauer für Kiel: 2-3 Tage

Regel Nr. 1: Hab immer einen Schirm oder eine Regenjacke dabei. Wir hatten zwar echt super Wetter, aber einen fetten Schauer haben wir – zum Glück dank Reiseführer gut vorbereitet – abbekommen.
Rein für Kiel sind 2-3 Tage ausreichend. Wer aber gerne noch die Umgebung erkunden möchte, sollte 4-5 Tage einplanen. Die beste Reisezeit schätze ich von Mai-August ein – schlicht wetterbedingt.
Das absolute Must-eat hier oben ist wohl das Fischbrötchen. Da hat man einfach die passende Atmosphäre dazu und viele Möglichkeiten, eines zu ergattern.

Mein Lieblingsmoment war das Schiffe beobachten an der Kiellinie. Das macht mich innerlich irgendwie total ruhig. Das Rauschen der Wellen, die unterschiedlichen Blau- und Grautöne des Wassers.

Ostsee, wir kommen wieder!

© Bettina Dworatzek

Die Macht der ersten 1000 Tage – Dr. Matthias Riedl

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„Die Macht der ersten 1000 Tage“ ist mein erstes Sachbuch von Dr. Med. Matthias Riedl und wird sicher nicht das letzte gewesen sein. Sachlich und gut verständlich erklärt er in diesem Buch, wie sich Gene, unsere eigene Prägung und unser Essverhalten/unsere Lebensweise schon vor/während der Schwangerschaft und dann in den ersten Lebensjahren des Kindes auf die langfristige Gesundheit des Kindes auswirken.
Und das war schon der erste Moment, in dem ich stutzte. Ja! Auch unsere Lebensweise VOR der Schwangerschaft (und nicht nur meine, sondern auch die meines Mannes) prägt die spätere Gesundheit des Kindes mit.

So fokussiert sich Riedl nicht nur auf die möglichst gesunde Ernährung der Kinder, sobald diese auf der Welt sind, sondern erklärt vieles zu evolutionsbedingter Prägung, Bewegung im Alltag und wirft vor allem auch Licht auf die Tatsache, dass wir von unseren Eltern ja auch geprägt wurden. Mitunter – weil wir mittlerweile in einer Gesellschaft von Überfluss leben – eben auch nicht gut.

„Was vor wenigen Jahrzehnten nur in Form des Sonntagsbratens auf den Tisch kam, ist inzwischen ein so alltägliches Nahrungsmittel geworden wie Brot und Kartoffeln.“

Dr. Matthias Riedl – Die Macht der ersten 1000 Tage – GU Verlag

Viele der Themen, die Riedl aufbringt, waren mir in Grundzügen durch diverse andere Lektüre schon bekannt. Doch es kamen viele Aha-Effekte hinzu. Vor allem halfen mir einige Kapitel, meine eigene Prägung zu verstehen. In den nächsten Wochen werde ich mir Zeit nehmen, diese Prägungen noch weiter zu analysieren und die eine oder andere Gewohnheit durch eine gesündere zu ersetzen, für mich und meine Gesundheit, aber auch, um für unsere Tochter ein gutes Beispiel zu sein und sie positiv zu prägen.

„Mütter laufen heute mit ihren Kindern quasi durch einen Wald an köstlicher aber krank machender Künstlichkeiten: statt Blättern und Früchte hängen überall Bonbons, Schokolade und Fertiggerichte. Die sind zwar genießbar – klar – aber in der Menge begrenzt, die verzehrt werden sollte.“

Dr. Matthias Riedl – Die Macht der ersten 1000 Tage – GU Verlag

Ein großes Thema in den nächsten Jahren werden Süßigkeiten, Fertiggerichte und Fastfood sein. Auch wenn wir uns hier schon auf ein Minimum reduziert haben, sind diese in allen Medien präsent, überall verfügbar und drängen sich einem förmlich auf.
Hinzu kommen Verwandte, Nachbarn, Freunde und Fremde, die denken, mit etwas Süßem würden sie dem Kind etwas Gutes tun.

„[…] Kinder brauchen keinen Zucker! […] Auch wenn die Nahrungsmittelindustrie uns weismachen will, dass ein Kinderlachen […] zwangsläufig gebunden ist an Schokoriegel und Gummibärchen.“

Dr. Matthias Riedl – Die Macht der ersten 1000 Tage – GU Verlag

Ich danke Herrn Riedl von Herzen für dieses aufklärende Buch und appelliere an die Politik, sein Buch zu lesen und die Handlungsvorschläge am Ende des Buches zu beachten und umzusetzen.

© Bettina Dworatzek

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Eva Völler

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„Helenes Gedanken wanderten zurück nach Berlin, zerrissene Stadt in einem zerrissenen Land, nur geeint durch die gemeinsame Kriegsangst und die Hoffnung auf eine bessere Zeit.“

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Bastei Lübbe

3 Jahre sind seit Ende des ersten Bandes im Buch vergangen. Mittlerweile ist es 1964, Helene ist mit ihrer Familie zuerst nach Frankfurt zu ihrer Tante Auguste gezogen. Doch ihren Vater zog es bald zurück in die Grenzzone nach Kirchdorf, wo er als Veterinärmediziner arbeitet.

Ganz unerwartet erhält Helene das Angebot, an die Schule in Kirchdorf zurückzukehren, aber nicht in der Position als Aushilfslehrerin, wie zuvor.
Und so finden wir uns beim Lesen nach Kurzem in Kirchdorf wieder, wo wir vielen Altbekannten begegnen und deren Entwicklungsfortschritte sehen dürfen.

Agnes, die beim Landarzt Tobias nun festangestellt ist, weiterhin wissbegierig und fleißig; Isabella, die als Hebamme nun in einem Krankenhaus arbeiten soll und immer noch eine schwierige Beziehung zum Bürgermeister hat und die GI’s Brad und Jim, die noch immer an der Grenze stationiert sind.

Überschrieben ist das Buch mit dem Untertitel „Von Liebe und Mut in einem gespaltenen Land“ und Mut beweist vor allem Helene. Egal, wie viele Hindernisse ihr in den Weg gelegt werden, wie viel Widerspruch und Gegenwind sie auch bekommt, sie bleibt standhaft.

„Plötzlich wusste sie, dass sie nicht aufgeben durfte. Wie viele Steine man ihr auch in den Weg legen mochte – sie würde verdammt noch mal um diese neue Schule kämpfen. Kämpfen, das hatte sie gelernt, egal wie schwach und klein sie sich manchmal fühlte. Und manche Kämpfe fingen nun mal damit an, dass man über sich selbst lachen konnte.“

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Bastei Lübbe

Ich mag Helenes Art, ihre Zielstrebigkeit, ihr Selbstbewusstsein und ihre Aufmerksamkeit ihren Schülern gegenüber. Gerade, wie sie mit Situationen umgeht, in denen sich alles gegen sie verschworen zu haben scheint, inspiriert mich.

„Nicht Hindernisse bestimmen das Handeln. Sondern das, was man erreichen wollte.“

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Bastei Lübbe

Nicht ganz so emotional wie Band 1, aber trotzdem mitreißend und fesselnd erzählt. Es war schön, wieder nach Kirchdorf zurückzukehren und das Schicksal Helenes und der weiteren Figuren zu verfolgen. Zudem war auch dieser Band geschichtlich wieder sehr informativ, aber sämtliches historisches Wissen war so genial in die Handlung eingeflochten, dass es kaum auffiel.

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Die kleinen Leute von Pittlewood – Ellen Barksdale

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Folge 10

Im kleinen Dorf Pittlewood kommt es zu einem merkwürdigen Todesfall. Als Nathalie als Vertretung des Constables mit dem Gerichtsmediziner Talraja zu einem vermeintlichen Mord gerufen wird, fallen ihr merkwürdige Konstruktionen am Tatort auf. Alles sieht aus, als ob kleine Wesen, wie Kobolde, den Mord verübt hätten.
Die Bewohner des kleinen Ortes nennen sie „die kleinen Leute“. Doch Nathalie ist klar, dass das nicht die Lösung sein kann. Sie beginnt mit Luise, Talraja und dem Constable zu ermitteln, denn kurz darauf gibt es den nächsten Mord unter genauso merkwürdigen Umständen.

In der Hintergrundgeschichte tut sich auch wieder einiges. Talrajas Neffe zieht bei ihm ein. Der Junge liebt Verschwörungstheorien und möchte am liebsten bei den Ermittlungen helfen. Was den korrupten Politiker betrifft, der schon eine Weile Nathalies Landmarkt bedroht, darf er mitmischen.

Vera Teltz gehört schon lange zu einer meiner liebsten Hörbuchsprecherinnen. Man kann alle Charaktere so wunderbar an der Stimme erkennen und das ohne merkwürdige Akzente oder ähnliches.
Mittlerweile hat sich um Nathalie und Louise eine ganze Gruppe an Freunden zusammengefunden, die bei den Ermittlungen unterstützen. Jeden dieser Charaktere ist mir sympathisch und es macht viel Freude zuzuhören.

Spannungsgrad 3 von 5
7 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Ankerliebe – Leonie Lastella

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Jette ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Piet und ihrem Vater auf einem Hausboot im Hamburger Hafen. Als Piet unterwegs war, hat sie alle ihre Träume auf Eis gelegt und arbeitet nun bei einer Event-Agentur. Sie liebt, was sie tut, aber die Arbeitsathmosphäre könnte besser sein. Doch ihr Job hält sie und ihren Vater über Wasser. Denn die Reederei ihrer Familie mit den Ausflugsbooten an den Landungsbrücken steht kurz vor der Insolvenz. Doch sowohl Jettes Vater, ihr Bruder, als auch Mats, Jettes Jugendschwarm, wollen die Reederei nicht aufgeben.

„Schweigend schipperten wir durch die Dunkelheit. Ich redete mir ein, dass ich nur hier bei Mats war, weil ich eine Pause von der Party an Deck brauchte, aber Tatsache war, ich genoss die Stille, das Zusammensein mit Mats.“

Ankerliebe – Diana Verlag – Leonie Lastella

Jedes Zusammensein mit Mats erinnert sie an Früher. Doch diese Zeit kommt nicht mehr zurück. Und so versucht Jette ihren Alltag mit Kind, Job und Sorgen um die Reederei zu meistern. Doch etwas, das Mats zu ihr sagt, löst etwas in ihr aus.

„Es gab Momente, da wünschte ich mir genau das zurück. Träume. Das Gefühl, einem würde die Welt zu Füßen liegen und alles wäre möglich. Vermutlich war das auch der Grund, aus dem Mats es überhaupt schaffte, mich so aus dem Konzept zu bringen. Aber im Gegensatz zu ihm war ich erwachsen geworden. Ich hatte etwas besseres als Träume, Schmetterlinge im Bauch oder den Kopf in irgendwelchen Wolken. Ich hatte Piet.“

Ankerliebe – Diana Verlag – Leonie Lastella

Leonie Lastella hat mich mal wieder verzaubert. Wunderschöne Kulisse, ein Freundeskreis und eine Familie, die man sich selbst wünscht und ein Gefühlschaos wie im echten Leben. Das sind einfach die besten Bücher – wenn man gar nicht zu Ende lesen will, weil man sich nicht verabschieden möchte.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Ein Mörder steht im Walde – Ellen Barksdale

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Folge 9 der Serie „Tee? Kaffee? Mord!“

In dieser Folge tauchen Nathalie und Luise ein bisschen ins Showbusiness ein, denn eine Leiche, die von einer Wandergruppe im Wald entdeckt wird, entpuppt sich als berühmte Fernsehköchin.
Während Nathalie mit ihren Freunden versucht, den Fall zu lösen, bekommt Louise kurzerhand eine eigene Kochshow – denn „the Show must go on“, auch wenn der Start tot ist.

Toll finde ich, dass jede Folge und damit auch jeder Fall in sich abgeschlossen ist, dass man als Zuhörer*in aber trotzdem auch den roten Faden hinter jedem Fall verfolgen kann. So hat sich mitlerweile eine „feste Gruppe“ gebildet, bestehend aus dem Constable, dem Gerichtsmediziner, einem Anwalt und einem Künstler. Nathalie und Louise natürlich nicht zu vergessen. Jeden dieser Charaktere lernt man immer besser kennen und jeder leistet seinen individuellen Beitrag dazu, dass die Fälle gelöst werden.
Zudem hat Ellen Barksdale auch eine Hintergrundgeschichte um Nathalies Landmarkt geschaffen, in dem so einiges schief läuft, und um die Machenschaften eines korrupten Politikers.

Spannungsgrad 3 von 5
7 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Die Reenergize-Formel – Dr. Simone Janßen, Niklas Hobacher

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Der evolutionäre Baukasten für Energie und Glück

„Gesunde Ernährung liegt voll im Trend. Was jedoch tatsächlich gesund ist, dazu gibt es mehr Informationen und Meinungen als Fakten und auch mehr, als ein durchschnittliches Gehirn verarbeiten kann. […] Nahezu täglich kommen Informationen hinzu, die bereits vorhandenes Wissen stützen, stürzen oder einen Aspekt beleuchten, den vorher noch keiner bedacht hat.“

Die Reenergize Formel – Topicus Verlag

Damit sprechen mir die Autoren aus der Seele.
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann habe ich dieses Rezensionsexemplar schon ganz schön lange. Ich habe es aber jetzt erst geschafft, es fertig zu lesen. Nicht etwa, weil ich es aus Langeweile zur Seite legen musste oder weil es schlecht geschrieben ist (im Gegenteil – es informiert mit Witz und Charme und überzeugt mit logisch nachvollziehbaren Fakten). Es sind einfach zu viele gute Informationen, die vermittelt werden und da ich mich in den letzten 2 Jahren viel und intensiv mit Ernährung und Gesundheit beschäftigt habe, gab es einfach viele Informationen im Kopf zu sortieren, es musste sich auch einfach setzten und verarbeitet werden.

Dr. Simone Janßen und Niklas Hobacher informieren auf ~ 300 Seiten, wie wir uns „reenergizen“ können. Was es also bedarf, um voller Energie zu sein und uns gut zu fühlen. Um dahin zu kommen, beginnen die beiden mit der Erklärung ganz vorn – bei der Evolution und wie diese eigentlich funktioniert – und welche Auswirkungen das im Hier und Jetzt auf uns hat. Das gab einige Aha-Effekte bei mir. Wenn man seinen Körper und die Funktionen nämlich (zumindest laienhaft) vom Grund auf versteht, kann man viel besser auf sich und seine (Grund-)Bedürfnisse achten.

„Der Körper ist ein in sich geschlossenes System und damit es flutscht, braucht er Bewegung. Fehlt diese und sind dadurch der Stofftransport und die allgemeine Beweglichkeit innerhalb der Eingeweide eingeschränkt, dann könnte das der Grund für diffuse Beschwerden sein, die aufgrund einer bislang fehlenden diagnostischen Greifbarkeit nicht zugeordnet werden können.“

Die Reenergize Formel – Topicus Verlag

Es ist genial, wie das Autoren-Duo es schafft, hochkomplexe physische Mechanismen so anschaulich und vereinfacht zu erklären, dass man als Leser*in gefühlt in jedem Kapitel einen Aha-Effekt hat.

Komplett werde ich dieses Sachbuch wahrscheinlich nicht nochmal lesen, aber am Ende findet sich ein Register … da werde ich bei Gelegenheit sicher nochmal das eine oder andere Thema nachschlagen.

Fakt ist, dass dieses Buch das bisher beste Sachbuch ist, das ich zum Thema „allgemeine Gesundheit“ gelesen habe.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Du bringst mein Chaos durcheinander – Ella Lindberg

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„Ich heule beinahe los, als mir klar wird, wie grotesk mein Aufzug ist. Ich stehe in einem dünnen grünen Kleid mit Gesundheitsschuhen und Lockenwicklern auf dem Gehsteig. In der Hand halte ich einen Herrenmantel, am linken Auge fehlen mir die Wimpern und mein Ohr blutet.“

Du bringst mein Chaos durcheinander – Ella Lindberg

Fine wollte sich wirklich Mühe geben und rechtzeitig abfahrbereit sein für die Hochzeit von Ollis Schwester. Doch das hat nicht so ganz geklappt, also hat ihr Freund Olli sie einfach stehen lassen. Und nicht nur das. Als Fine ihm hinterhertelefoniert, serviert er sie komplett ab. Ihr „ewiges Chaos“ reicht ihm. Und so nimmt alles seinen Lauf. Nachdem Fine plötzlich ohne Freund dasteht und kurz darauf auf Social Media Fotos von der Hochzeit auftauchen, auf denen Olli im perfekten Partnerlook mit der Trauzeugin zu sehen ist, brennen bei Josefine ein paar Sicherungen durch. Auf Facebook verfasst sie einen sarkastischen Artikel über Ordnungsliebe, der von der Community aber komplett falsch aufgefasst wird. Über Nacht wird sie damit zur Aufräum- und Ordnungsexpertin und bekommt eine Kolumne in einem Magazin angeboten, und das, obwohl es in ihrer Wohnung aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

„Chaos ist das Wort der anderen für eine Ordnung, die sie nicht verstehen.“

Du bringst mein Chaos durcheinander – Ella Lindberg

Von jetzt auf gleich muss sie eine perfekt organisierte Fassade aufrecht erhalten, wobei ihr ganz unerwartet Patrick hilft. Ausgerechnet der Nachbar, der sie sonst rügt, wenn sie die Kehrwoche nicht ordentlich genug gemacht hat. Aber genau diese Einstellung braucht sie jetzt.

Ein spritziger, witziger und herzerwärmender Roman. Für alle Chaos-Finchen da draußen und alle Aufräum-Insta-Girls!
Absolute Hör-Empfehlung, weil es sooo genial gelesen wird von Marie-Isabel Walke.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek