Ostseetod – Eva Almstädt

Ostseetod

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Diesen spannenden Krimi habe ich bei einer Leserunde der Bastei Lübbe gelesen. Die Autorin war mir bekannt, aber ich hatte bisher keines ihrer Bücher gelesen. Dies ist der elfte Fall von Pia Korittki – der Kriminalkomissarin, die unsere Protagonistin ist. Vorab kann ich schon sagen, dass ich mir mit Sicherheit die anderen 10 Fälle auch kaufen werde 🙂

Das Cover passt perfekt zu diesem Fall, der sich in dem kleinen Ort Grotenhagen abspielt. Zu Fuß ist es nicht weit zur Ostsee und den Dünen am Strand.
Da dies nicht der erste Fall unserer Protagonistin ist, platzt man bei ihr sozusagen mitten ins Leben. Sie hat einen kleinen Sohn, Felix und einen Lebensgefährten. Zudem einen Partner bei der Polizei – Broders. Ihr aktueller Chef, Rist, kommt nicht mit ihr klar und lässt sie das auch spüren. Auch wenn man die vorherigen Fälle nicht gelesen hat, findet man gut in ihr Leben hinein. Wenn man aber natürlich alle Bände hintereinander liest, hat man nicht nur spannende Kriminalfälle, sondern auch ihre private Geschichte, in die man sich hineinlesen kann.

Zu Beginn diesen Teils, wird ein 12-jähriges Mädchen aus Grotenhagen entführt. Zumindest geht man davon aus, nachdem sie nicht nach Hause kam und eine groß aufgesetzte Suche nach ihr, nichts bringt. Durch diesen Vorfall lernt man dann alle Bewohner dieser skurrilen Dorfgemeinschaft kennen. Vom griesgrämigen alten Mann mit einer etwa 40-jährigen Tochter, die als „alte Jungfer“ gilt, bis hin zu den Familien mit Landwirtschaft, wo tagsüber pausenlos gearbeitet wird, lernt man alle kennen. Skandale bleiben da natürlich nicht aus, wenn man eine so kleine Dorfgemeinschaft unter die Lupe nimmt. Von der Affäre bis zu verschwiegenen Geschehnissen, ist alles dabei. Gekonnt legt die Autorin damit ein paar „falsche Fährten“, denn als Leser versucht man natürlich auch, den Fall zu lösen – vor allem wenn man in einer Leserunde lebhaft diskutiert, wer was getan haben könnte. Als wir dann begonnen ahben, Vermutungen anzustellen, was mit dem kleinen Mädchen passiert sein könnte, geschieht plötzlich ein Mord, der alles durcheinander bringt.

Leider blieben für mich ein paar Fragen ungeklärt, aber insgesamt war es ein gelungener Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, der absolut lesenswert ist.

7 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Änderungen – Entscheidungen – Prioritäten

Mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich viel mit meinem Leben und mir selbst auseinandergesetzt. Im Beruf ändert sich einiges. Ich musste mir ziemlich schnell eine neue Stelle suchen, weil meine Abteilung sich auflöst. So beginne ich ab Mai an einem neuen Standort zu arbeiten. In diesem Bezug musste ich mich natürlich auch damit auseinandersetzen, was ich eigentlich für meine Zukunft möchte und was mir im nächsten Job wirklich wichtig ist.
Die Frage nach den „wirklich wichtigen Dingen“ habe ich auch an mein Privatleben gestellt. Dabei sind mir einige „überflüssige“ Dinge aufgefallen, Themen, die mich schon eine Weile belasten und Menschen, die ich vielleicht vernachlässigt habe. Also wurde aufgeräumt und ausgemistet. Viele Facebookseiten sind dem zum Opfer gefallen, denn Facebook, so toll ich es finde, schluckt viel zu viel Zeit.
In diesem Zug habe ich es auch endlich geschafft, meinen Kleiderschrank auszumisten – jetzt kann ich endlich wieder guten Gewissens einkaufen gehn 😉

(Neu)Orientierung – Prioritäten im Leben

Durch die Erfahrung der letzten Wochen, möchte ich nun meine Zeit bedachter verbringen, mehr von den Dingen tun, die ich gern tue, meinem Mann/meiner Familie/meinen Freunden mehr Zeit widmen und die Dinge vermeiden, über die ich mich ärgere oder aufrege. Sich immer mal wieder neu orientieren, richtig ausrichten und Altlasten loswerden, befreit ungemein.

Änderungen in der Bloggerszene

Da von meinem „Ausmisten“ auch Facebook betroffen war, habe ich mich auch mit den Bücherseiten beschäftigt. Leider muss ich sagen, dass ich nur noch in wenigen vertreten bin. Am positivsten hervorzuheben sind hier wohl „Die Bücherjunkies und ihre Mission“. Aus den meisten anderen bin ich aus 2 Gründen ausgetreten. Entweder der Tonfall der Gespräche war „unterste Schublade“, von nur gehässig, über Beleidung und Cybermobbing, war alles dabei. Oder es waren mir zu viele „Hyper-Blogger“ (wie ich sie nenne) unterwegs.
Leider hat sich die Bloggerszene seit 2012 (als ich angefangen habe) ziemlich verändert. Viele Blogger lesen so schnell und so viele Bücher, dass einem schwindelig wird. Sie kaufen „im Unverstand“, werden von Verlagen überschüttet, haben SuB’s im 3-stelligen Bereich und posten 1-5 mal täglich. Das ist mir zu viel.
Ich will diesen Bloggern ja nichts unterstellen, aber entweder, sie verbringen ihre komplette Freizeit mit Lesen, sind (noch) nicht berufstätig oder sie wenden die Technik des Binge-Readings an. (Artikel zu Binge-Reading von studierenichtdeinleben)

Süchte vs. Büchersucht

Nach manchen Autoren bin ich süchtig! Ich finde sie so gut, dass ich alle Bücher habe, jedes neue sofort kaufe oder versuche, meine bisherige Sammlung zu vervollständigen. Hin und wieder schafft es ein neuer Autor in diese „Liste“ meiner „Ich-muss-alle-Bücher-haben-Autoren“.
So und durch Rezensionsexemplare, Geschenke, Gewinne und „Spontankäufe“ entstand mein SuB von ca. 70 Büchern. Wenn man bedenkt, dass ich etwa 50 Stück im Jahr lese, müsste ich 1 1/2 Jahre erstmal kein weiteres kaufen – schließlich sollen die schon im Regal stehenden Schätze auch eine Chance bekommen.
Neulich hat die Bastei Lübbe „Büchersüchtig“-Buttons verschenkt. Ganz stolz habe ich mich auch gemeldet, um einen zu erhalten. Als er vor etwa 1 1/2 Wochen ankam, wollte ich mich aber nicht mehr so richtig freuen. Das Wissen, dass es Blogger mit einem SuB von 200-800 Büchern gibt, hat mich wachgerüttelt. Das Lesen, das ich immer schon sehr liebte, ist bei einigen wohl tatsächlich zur Sucht geworden. Jemanden mit 500 Paar Schuhen, würden wir doch auch für süchtig halten, oder nicht? Schließlich kann man immer nur 1 Paar tragen -> nur 1 Buch lesen. Und so sollte man sich auch auf eines konzentrieren und die Arbeit des Autoren (und des ganzen (Verlags-)Teams dahinter) wertschätzen.

Fazit

Ich will mich darüber freuen, ein Buch zu lesen. Wenn ich es schnell gelesen habe, soll das bedeuten, dass ich entweder viel Freizeit oder Urlaub hatte, ODER, dass es mich so gefesselt hat, das ich gar nicht mehr aufhören konnte. Ich lese im Monat so viele Bücher, wie ich eben schaffe, denn ich will nicht nur schnell lesen, weil ich weiß, dass noch 500 weitere auf meinem SuB warten.
Lesen sollte eine Freude sein und bleiben. Ich möchte aber nicht aufhören zu bloggen – denn das Bewerten und vor allem Empfehlen von Büchern ist mir weiterhin wichtig. Ich möchte mich aber ganz klar von den „Hyper-Bloggern“ distanzieren, mich nicht unter Druck setzen lassen, jedes Buch genießen und meine Zeit bewusster verbringen.

© Bettina Dworatzek

Zorn und Morgenröte – Renée Ahdieh

Zorn_und_Morgenröte

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„Zorn und Morgenröte“ ist der Debutroman von Renée Ahdieh und der Auftakt in eine wundersame Bücherreihe.

Wir befinden uns in Chorasan, einem orientalischen Königreich, das der 18-jährige Kalif Chalid grausam regiert. Durch den Tod seines Vaters wurde er schon früh zum Kalifen. Nun erwählt er jeden Tag ein junges Mädchen, das im Morgengrauen hingerichtet wird, nachdem er es am Abend zuvor geheiratet hat.
Shahrzad ist eines dieser jungen Mädchen, die sich sogar freiwillig gemeldet hat, nachdem ihre beste Freundin hingerichtet wurde. Sie will auf keinen Fall sterben – Nein – sie will ihre beste Freundin rächen. Also erzählt sie Chalid eine Geschichte. Shahrzad ist eine „Wortweberin“ und fesselt den Kalifen, der hinter seiner harten Fassade eine traurige Geschichte verbirgt.

Anfangs war es schwierig, sich die vielen orientalischen Namen und Bezeichnungen zu merken. Schlauerweise habe ich das Glossar am Ende des Buches übersehen. Ich hatte zwar nach dem ersten kursiven Wort das Buch ganz hinten aufgeschlagen, aber das Glossar dabei gekonnt überblättert.
Der Aufbau der Handlung ist sehr spannend, Emotionen werden so gut übermittelt, dass ich die ganze Zeit mitgefiebert habe.

„Zorn und Morgenröte“ ist eine wundersame Geschichte, beinahe wie in 1001 Nacht, in die man hineingezogen wird.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

 

Daringham Hall – Die Rückkehr – Kathryn Taylor

Daringham-Hall_Rückkehr

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Dies ist der dritte, und somit letzte Teil der Daringham Hall Reihe von Kathryn Taylor. Über das Cover bin ich, wie auch schon bei den anderen, die sich nur leicht in der Farbgebung unterscheiden, total begeistert. Es passt perfekt zum Englischen Landadel – wie man ihn sich eben vorstellt.

Auch hier treffen wir wieder auf Ben, der nun um Entscheidungen ringt und mit seinen Ängsten kämpft. Kate widerum unterdrückt ihre Hoffnung, dass zwischen ihr und Ben wieder alles gut wird. David findet in diesem Teil zu sich selbst, wenn auch etwas über Umwege und Anna bringt einige Opfer, auch wenn sie „nur“ eine Nebenrolle innehat. Peter muss lernen, über seinen Schatten zu springen und Gefühle zuzulassen, und er gesteht sich einiges ein, was bei Tilly zu einem Wechselbad der Gefühle führt.

Kathryn Taylor schließt die Daringham Hall Reihe mit einem wunderbaren dritten Band ab. Zu jedem Zeitpunkt hätte ich gerne mit Kate, der weiblichen Protagonistin, getauscht und liebend gerne auf dem Landsitz der Camden-Familie gelebt. Durch unerwartete Wendungen, spannende Cliffhanger am Ende von Kapiteln und der Beantwortung aller offener Fragen, hat Kathryn Taylor alle Erwartungen an einen dritten Band erfüllt.

„Die Rückkehr“ ist ein wunderbarer Abschluss der Trilogie, die ich nur empfehlen kann.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek