Zuckerfreie Rezepte für Kinder – Sarah Schocke, Alexander Dölle

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„Die Süße der Muttermilch ist das erste Aroma, das Neugeborene zu schmecken bekommen – die Süßpräferenz ist uns aus diesem Grund angeboren. Danach liegt es an uns als Eltern, die Nuancen für „süß“ richtig einzustellen.“

Zuckerfreie Rezepte für Kinder – GU Verlag

Da unsere kleine Tochter mittlerweile viel bei uns mitisst, bin ich immer auf der Suche nach Rezeptideen, die wir zusammen zubereiten und essen können. Zudem wird sie ab September in die KiTa gehen, für die ich ihr dann ein Vesper vorbereiten darf.
Ich bin richtig froh, über Netgalley auf dieses Kochbuch aufmerksam geworden zu sein.

Das Autorenduo gibt zuerst Hintergrundinfos zu Zucker – und das von A-Z, sehr gut gegliedert, sodass es sich auch zum später mal wieder nachschlagen eignet.

„Bei der zuckerfreien Familienernährung geht es nicht darum, nie wieder Zucker zu essen, sondern vor allem darum, zuckerbewusst zu essen.“

Zuckerfreie Rezepte für Kinder – GU Verlag

Es folgen unzählige kindgerechte und leckere Rezepte für Frühstück, Mittagessen, Pausensnack, Kindergeburtstag und Co.

Mein bisheriger Favorit sind die Möhrenwaffeln.
Weil ich vor allem aber gespannt bin, wie das Vesperdosen-Füllen ab September wird, möchte ich hierfür eines der Rezepte mit euch teilen:

Es ist auf jeden Fall verrückt, wie groß unsere Kleine schon ist und was sie alles mit ihren bisher nur zwei Zähnchen gegessen bekommt.
Ich bin dankbar, durch GU immer ein passendes Sachbuch/Kochbuch zu jeder Lebenslage zur Hand zu haben.

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Der Besuch der reichen Dame – Ellen Barksdale

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Nathalie Ames war mit ihrem Freund, dem Gerichtsmediziner und dessen Freundin unterwegs auf einem Wochenendausflug. Als sie sich auf dem Rückweg nach Earlsraven befinden, geraten sie in ein schlimmes Unwetter, das in der ganzen Region für Chaos sorgt.
Als sie aufgrund von umgestürzten Bäumen und über die Ufer getretenen Bächen nicht weiterkommen, bitten sie in einem Herrenhaus um Unterschlupf.
Zugleich erreicht der Wagen von Lady Gabrielle das Anwesen mit der gleichen Bitte. Im Gepäck hat sie, neben Nichte, Neffe und Personal, den Green Giant, einen wertvollen Diamanten, der noch während ihrer Anwesenheit dort verschwindet.
Nathalie und ihre Freunde lassen es sich natürlich nicht nehmen, herauszufinden, was da vor ihren Augen geschehen ist.

Doch auch Louise, die Köchin des Black Feather, und der Constable lösen beide auch während des Unwetters bisher ungelöste Fälle auf.

Vom Spannungsgrad her nicht die beste der bisherigen Folgen, aber perfekt für einen Regentag (oder noch besser – bei Gewitter anhören).

Spannungsgrad 3 von 5
7 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad

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Band 2 der Fort Lake-Reihe

Band 2 steigt genau dort ein, wo Band 1 endete. Kat hat begonnen, an der Fort Lake University zu studieren, wo sie sich eigentlich nur auf ihr Studium konzentrieren wollte.

„Was ziemlich sicher nicht auf meinem Plan stand, war, mich Hals über Kopf in Dean Carter zu verlieben. Und doch ist es passiert.“

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Ab dem Zeitpunkt, als Kat sich auf diese Beziehung einlässt, sind die beiden unzertrennbar. Doch davor war es mit Carter immer wieder schwierig, weil der, genau wie Kat, mit seiner Vergangenheit kämpft. Und so sind Schwierigkeiten und Hürden, die sie gemeinsam nehmen müssen, fast schon vorprogrammiert.

„Was haben wir uns nur dabei gedacht? Carter und ich sind beziehungstechnisch die vermutlich inkompetentesten Menschen auf diesem Planeten.“

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Neben all dem Gefühlschaos versucht Kat ihr Studium auf die Reihe zu bekommen. Hierzu gehört auch das Praktikum, das sie in einer Organisation antritt, die Frauen therapeutisch betreut, die etwas traumatisches erlebt haben.

Wer Band 1 gelesen hat, weiß, dass Kat vor 5 Jahren ebenfalls etwas passiert ist. Und so führt ihr Praktikum dazu, dass sie beginnt, die Geschehnisse aufzuarbeiten, wozu auch Carter seinen Beitrag leistet.

„Danke, Carter“, flüsterte ich.
Er hebt den Kopf. „Wofür?“
„Dafür, dass du mich aufgefangen hast.“

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Band 2 steht Band 1 in nichts nach. Man hätte sie aber (rein theoretisch) als einen Band veröffentlichen können. Ich habe sofort wieder gut in die Handlung hineingefunden, war emotional mittendrin.
Ich mag Tess Tjagvads Schreibstil, ihre Charaktere und den Szenenaufbau.
Auch wenn ich mich nun von Kat und Carter verabschieden muss, hoffe ich, dass wir noch viel von Tess Tjagvad lesen werden.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Sonne über dem Salzgarten – Tabea Bach

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WER MUT HAT, FINDET SEIN GLÜCK

Ich bin noch ganz gefangen im Zauber dieser Geschichte und der Insel La Palma. Vielleicht ganz besonders deshalb, weil ich mich beim Lesen und Schreiben der Rezension auf einem Kreuzfahrtschiff befinde, mit dem ich auch schon einige der Kanarischen Inseln angelaufen bin. Und damit gehört man bei den Einheimischen vor Ort wahrscheinlich zur Sorte „absolut unbeliebte Touristen“.
Durch dieses Buch habe ich einen ganz anderen Blick für die Insel La Palma bekommen und hoffe, irgendwann die Möglichkeit zu erhalten, die Insel besser und ursprünglicher kennenzulernen.

So, wie die Protagonistin Julia. Sie ist Anfang 30 und lebt ihren Beruf mit voller Leidenschaft aus. Als Chefköchin eines Restaurants im Schwarzwald hat sie viel erreicht für ihre jungen Jahre. Zuletzt hat sie einen Michelin-Stern für das Restaurant errungen. Doch dann steht plötzlich ihr Neffe mitten in der Nacht vor ihrer Tür, den sie einige Tage später nach La Palma begleitet, wohin sein Vater vor einiger Zeit mit seiner neuen Flamme ausgewandert ist.
Für Julia sind die freien Tage ungewohnt, ist sie es als Chefköchin doch gewohnt, den ganzen Tag zu arbeiten.

„So in den Tag hinein zu leben, wie sie es im Augenblick tat, war eine vollkommen neue und mitunter sogar erschreckende Erfahrung. Dennoch überwog mehr und mehr das Gefühl von Freiheit.“

Sonne über dem Salzgarten – Tabea Bach – Bastei Lübbe

Und dieses Gefühl lebt sie dann voll aus. Sie lädt ihre Batterien wieder auf, tankt Lebensenergie und erkundet mutig die Insel. Nicht nur rein „optisch“ sonder vor allem auch geschmacklich. Und dann entdeckt sie eine leerstehende Finca, die etwas in ihr anrührt und sie zum Träumen bringt.

„Das rötliche Licht der Morgensonne fäbrte den oberen Teil des Hauses golden, es sah aus, als trüge es eine Krone. Julias Herz schlug höher, und ein tiefer Frieden erfüllte sie.“

Sonne über dem Salzgarten – Tabea Bach – Bastei Lübbe

Mehr will ich zur Handlung nicht verraten, denn am Schönsten ist es doch, das alles selbst zu lesen.

Ich wusste schon vor dem Lesen, dass mir das Buch gefallen würde, weil ich beide bisher erschienenen Reihen von Tabea Bach gelesen und geliebt habe. Trotzdem war ich überrascht, wie sehr ich mich in diese Geschichte und ihre Charaktere verliebt habe. Zudem hat es mich ungemein inspiriert. Dazu, mutig zu sein, Träume zu haben und diese zu verfolgen.
Julia ist eine tolle Protagonistin, die mich mit ihrer kämpferischen und zugleich herzlichen Art sehr beeindruckt hat.

„Liebe bedeutet eben, dem anderen das zu geben, was das Beste für ihn war.“

Sonne über dem Salzgarten – Tabea Bach – Bastei Lübbe

Und mit diesem wunderschönen Zitat beende ich meine Rezension.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Morgen werden wir glücklich sein – Lea Korte

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Lea Korte nimmt ihre Leserschaft mit ins Paris der 40er Jahre.

„Er sagt, überall vor der Stadt werden Gräben ausgehoben, um die Deutschen doch noch aufzuhalten, aber dass uns auch das nicht retten wird. Sie werden hier einmarschieren, als ob die Stadt für sie gemacht worden wäre.“

Morgen werden wir glücklich sein – Lea Korte – Piper Verlag

In dieser Situation lernen wir die drei Protagonistinnen kennen. Marie ist Grundschullehrerin, Geneviève Pianistin und Amiel Ärztin. Sie sind seit Jahren beste Freundinnen, leben zusammen in einer WG und sind mit der Situation erstmal heillos überfordert, als Bomben auf Paris niedergehen.

„Marie nickte, und als sie in Genevièves Augen blickte, sah sie darin genau das: den unbändigen Willen zu überleben, komme was wolle. Sie würden sich nicht unterkriegen lassen.“

Morgen werden wir glücklich sein – Lea Korte – Piper Verlag

Alle drei sind starke Persönlichkeiten, was auch schon mal dazu führt, dass sie unterschiedlicher Meinung sind und diese auch vertreten. Aber klar ist, dass sie in der aktuellen Situation zusammenhalten.
Doch das ist gar nicht so einfach, weil jede der jungen Frauen anders mit der Situation umgeht.

„Auf einmal hatte sie das Gefühl, dass dies „früher“ so weit zurücklag, als wäre es das Leben einer anderen. Würden sie je wieder solche Zeiten erleben?“

Morgen werden wir glücklich sein – Lea Korte – Piper Verlag

Marie hadert wohl am meisten mit der Situation. Doch dann findet sie ein Ventil für ihren Ärger und ihre Ängste: sie schließt sich dem Widerstand – der Résistance – an.

Geneviève hingegen klammert sich an die Musik und als sie in ihrem Lokal wieder spielen darf, tut sie das, obwohl das Publikum aus Deutschen besteht.

Amiel ist von den drei Freundinnen die ruhigste und am meisten in Gefahr – denn sie ist Jüdin. Zugleich ist sie diejenige, die am meisten helfen kann, weil sie als Ärztin in einem Krankenhaus arbeitet.

Ich bewundere Lea Korte dafür, wie präzise und zugleich anschaulich und kurzweilig sie diese Thematik aufgearbeitet hat. Ich habe mir alles so bidlich vorstellen können, dass mir manchmal wirklich Angst und Bange wurde – denn es waren schreckliche Zeiten. Aus dem Geschichtsunterricht sind mir nur die Geschehnisse in Deutschland dieser Zeit bekannt. Daher bin ich sehr dankbar, durch dieses Buch vieles zum Geschehen in Paris erfahren zu haben.
Gerade jetzt, wo Krieg mir so nahe kommt, wie noch nie in meinem Leben, bin ich mir meines Glücks und meiner Freiheit umso mehr bewusst.

„Es ist wie im wahren Leben: Nicht Schwarz-Weiß-Malerei bringt uns weiter, nicht urteilen, nicht verurteilen – sondern einander zuhören. Miteinander reden. Verstehen.“

Morgen werden wir glücklich sein – Lea Korte – Piper Verlag

Mit diesen Worten von Lea Korte aus dem Nachwort, trifft sie es auf den Punk und ich wünschte, mehr Menschen würden danach handeln.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Ein Lied für Molly – Claudia Winter

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Vor einigen Jahren habe ich schon mal ein Buch von Claudia Winter gelesen.
Ehrlicherweise hat mich das damals nicht vom Hocker gehauen. Aber als meine Freundin Alex von „Lesebuch – Meine Bücher und ich“ davon geschwärmt und mich gefragt hat, ob ich es nicht auch rezensieren möchte, konnte ich nicht nein sagen.
Zwei meiner früheren Kritikpunkte haben sich auch dieses Mal wieder bestätigt:
– alles ziemlich Hollywood-dramatisch
– viele übertriebene (unnötige) Vergleiche, die manchmal den Lesefluss stören (und faktisch auch noch manchmal falsch sind).
Aber wenn man sich das ganze beim Lesen als Kinofilm vorstellt, dann ist alles stimmig und so habe ich mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten in die Handlung fallen lassen können.

Diese findet auf zwei Zeitebenen statt. Vor rund 20 Jahren lernen wir Professor Brenner kennen. Er war einst ein berühmter Pianist, kann mittlerweile gesundheitsbedingt aber nicht mehr auftreten, lässt deshalb Deutschland hinter sich und wird Musiklehrer an einer Privatschule in Dublin. Dort wird er von den Schülern irgendwann liebevoll Professor Beat genannt. In einem der Schüler erkennt Robert ein großes schlummerndes Talent und beginnt, diesen gezielt zu fördern.

„In diesem Raum gab es weder rote Samtsitze noch einen Orchestergraben, aber plötzlich verstand sie, in welcher Welt Brenner sich als junger Mann bewegt hatte.“

Ein Lied für Molly – Claudia Winter – Goldmann Verlag

Dann springt die Geschichte immer wieder ins heute, wo wir Bonnie und ihren Sohn Josh kennenlernen. Die beiden leben in einem Problemviertel und Bonnie schuftet sich krumm, um die beiden über Wasser zu halten. Als sie zusammen im Bus eine Notenmappe finden, landen sie, beim Versuch, den Besitzer ausfindig zu machen, bei Professor Brenner, in dessen Leben in den vergangenen 18 Jahren unglaublich viel passiert ist.

„Ohne seine Umgebung weiter wahrzunehmen, öffnete er behutsam die Klappe des Klaviers, roch Staub und Einsamkeit.“

Ein Lied für Molly – Claudia Winter – Goldmann Verlag

Doch es ist nicht seine Notenmappe, wie sich herausstellt, aber er will sich der Suche aus irgendeinem Grund anschließen. Und so kommt es, dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen …

Claudia Winter hat mich mit ihren besonderen und zeitweise eigenwilligen Charakteren gepackt. Die Sprünge zwischen den Erzählebenen waren genau an den richtigen Stellen, um die Spannung immer hoch zu halten. Das Cover ist wunderschön, wobei ich beim Lesen die Kulisse Irlands weniger durch Landschaftsbeschreibungen im Kopf hatte. Vieles, das sich auf Irland bezieht, waren nur irgendwelche Sprichwörter, Bezeichnungen, Traditionen und Gerichte, die ich mir widerum nur schlecht vorstellen konnte, weil sie mir gänzlich unbekannt sind.

Nun, da ich nun weiß, wie ich ihre Bücher lesen muss, gebe ich Claudie Winter vielleicht öfter mal eine Chance.

7 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Die fünf Portraits des toten Doktors – Ellen Barksdale

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Folge 11

Diese Folge war die für mich bisher spannendste. Seit Folge 1 weiß man als Zuhörer*in, dass die Köchin im Black Feather, Louise, in der Vergangenheit Agentin bei einem Geheimdienst war. Bei welchem verrät sie nicht – denn dann wäre der Geheimdienst ja nicht mehr geheim.

In dieser Folge entkommt ein Serienkiller aus dem Gefängnis, den sie einst geschnappt hat. Er kontaktiert sie und fordert sie heraus. Wie auch die Male zuvor, entführt er ein junges Mädchen, betäubt sie und versteckt diese an einem verlassenen Ort. Gleichzeitig sprengt jemand die Wache des Constables.
Louise braucht die Hilfe all ihrer Freunde.
Ob sie es schaffen, das Mädchen rechtzeitig zu finden und den Serienmörder zu schnappen?

Wieder einmal genial gelesen von Vera Teltz.
Ich mag diese Hörbuchreihe einfach ganz besonders, weil Nathalie eine tolle Hauptfigur ist und sich neben den Fällen, die sie mit Louise löst, auch eine komplexe Hintergrundgeschichte aufgebaut wird.
Man kann jede Folge für sich hören, da die Fälle immer in sich abgeschlossen sind, aber 100% Hörfreude hat man, wenn man die Folgen der Reihe nach anhört.

Spannungsgrad 5 von 5
9 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Die Macht der ersten 1000 Tage – Dr. Matthias Riedl

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„Die Macht der ersten 1000 Tage“ ist mein erstes Sachbuch von Dr. Med. Matthias Riedl und wird sicher nicht das letzte gewesen sein. Sachlich und gut verständlich erklärt er in diesem Buch, wie sich Gene, unsere eigene Prägung und unser Essverhalten/unsere Lebensweise schon vor/während der Schwangerschaft und dann in den ersten Lebensjahren des Kindes auf die langfristige Gesundheit des Kindes auswirken.
Und das war schon der erste Moment, in dem ich stutzte. Ja! Auch unsere Lebensweise VOR der Schwangerschaft (und nicht nur meine, sondern auch die meines Mannes) prägt die spätere Gesundheit des Kindes mit.

So fokussiert sich Riedl nicht nur auf die möglichst gesunde Ernährung der Kinder, sobald diese auf der Welt sind, sondern erklärt vieles zu evolutionsbedingter Prägung, Bewegung im Alltag und wirft vor allem auch Licht auf die Tatsache, dass wir von unseren Eltern ja auch geprägt wurden. Mitunter – weil wir mittlerweile in einer Gesellschaft von Überfluss leben – eben auch nicht gut.

„Was vor wenigen Jahrzehnten nur in Form des Sonntagsbratens auf den Tisch kam, ist inzwischen ein so alltägliches Nahrungsmittel geworden wie Brot und Kartoffeln.“

Dr. Matthias Riedl – Die Macht der ersten 1000 Tage – GU Verlag

Viele der Themen, die Riedl aufbringt, waren mir in Grundzügen durch diverse andere Lektüre schon bekannt. Doch es kamen viele Aha-Effekte hinzu. Vor allem halfen mir einige Kapitel, meine eigene Prägung zu verstehen. In den nächsten Wochen werde ich mir Zeit nehmen, diese Prägungen noch weiter zu analysieren und die eine oder andere Gewohnheit durch eine gesündere zu ersetzen, für mich und meine Gesundheit, aber auch, um für unsere Tochter ein gutes Beispiel zu sein und sie positiv zu prägen.

„Mütter laufen heute mit ihren Kindern quasi durch einen Wald an köstlicher aber krank machender Künstlichkeiten: statt Blättern und Früchte hängen überall Bonbons, Schokolade und Fertiggerichte. Die sind zwar genießbar – klar – aber in der Menge begrenzt, die verzehrt werden sollte.“

Dr. Matthias Riedl – Die Macht der ersten 1000 Tage – GU Verlag

Ein großes Thema in den nächsten Jahren werden Süßigkeiten, Fertiggerichte und Fastfood sein. Auch wenn wir uns hier schon auf ein Minimum reduziert haben, sind diese in allen Medien präsent, überall verfügbar und drängen sich einem förmlich auf.
Hinzu kommen Verwandte, Nachbarn, Freunde und Fremde, die denken, mit etwas Süßem würden sie dem Kind etwas Gutes tun.

„[…] Kinder brauchen keinen Zucker! […] Auch wenn die Nahrungsmittelindustrie uns weismachen will, dass ein Kinderlachen […] zwangsläufig gebunden ist an Schokoriegel und Gummibärchen.“

Dr. Matthias Riedl – Die Macht der ersten 1000 Tage – GU Verlag

Ich danke Herrn Riedl von Herzen für dieses aufklärende Buch und appelliere an die Politik, sein Buch zu lesen und die Handlungsvorschläge am Ende des Buches zu beachten und umzusetzen.

© Bettina Dworatzek

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Eva Völler

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„Helenes Gedanken wanderten zurück nach Berlin, zerrissene Stadt in einem zerrissenen Land, nur geeint durch die gemeinsame Kriegsangst und die Hoffnung auf eine bessere Zeit.“

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Bastei Lübbe

3 Jahre sind seit Ende des ersten Bandes im Buch vergangen. Mittlerweile ist es 1964, Helene ist mit ihrer Familie zuerst nach Frankfurt zu ihrer Tante Auguste gezogen. Doch ihren Vater zog es bald zurück in die Grenzzone nach Kirchdorf, wo er als Veterinärmediziner arbeitet.

Ganz unerwartet erhält Helene das Angebot, an die Schule in Kirchdorf zurückzukehren, aber nicht in der Position als Aushilfslehrerin, wie zuvor.
Und so finden wir uns beim Lesen nach Kurzem in Kirchdorf wieder, wo wir vielen Altbekannten begegnen und deren Entwicklungsfortschritte sehen dürfen.

Agnes, die beim Landarzt Tobias nun festangestellt ist, weiterhin wissbegierig und fleißig; Isabella, die als Hebamme nun in einem Krankenhaus arbeiten soll und immer noch eine schwierige Beziehung zum Bürgermeister hat und die GI’s Brad und Jim, die noch immer an der Grenze stationiert sind.

Überschrieben ist das Buch mit dem Untertitel „Von Liebe und Mut in einem gespaltenen Land“ und Mut beweist vor allem Helene. Egal, wie viele Hindernisse ihr in den Weg gelegt werden, wie viel Widerspruch und Gegenwind sie auch bekommt, sie bleibt standhaft.

„Plötzlich wusste sie, dass sie nicht aufgeben durfte. Wie viele Steine man ihr auch in den Weg legen mochte – sie würde verdammt noch mal um diese neue Schule kämpfen. Kämpfen, das hatte sie gelernt, egal wie schwach und klein sie sich manchmal fühlte. Und manche Kämpfe fingen nun mal damit an, dass man über sich selbst lachen konnte.“

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Bastei Lübbe

Ich mag Helenes Art, ihre Zielstrebigkeit, ihr Selbstbewusstsein und ihre Aufmerksamkeit ihren Schülern gegenüber. Gerade, wie sie mit Situationen umgeht, in denen sich alles gegen sie verschworen zu haben scheint, inspiriert mich.

„Nicht Hindernisse bestimmen das Handeln. Sondern das, was man erreichen wollte.“

Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will – Bastei Lübbe

Nicht ganz so emotional wie Band 1, aber trotzdem mitreißend und fesselnd erzählt. Es war schön, wieder nach Kirchdorf zurückzukehren und das Schicksal Helenes und der weiteren Figuren zu verfolgen. Zudem war auch dieser Band geschichtlich wieder sehr informativ, aber sämtliches historisches Wissen war so genial in die Handlung eingeflochten, dass es kaum auffiel.

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Tee? Kaffee? Mord! – Die kleinen Leute von Pittlewood – Ellen Barksdale

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Folge 10

Im kleinen Dorf Pittlewood kommt es zu einem merkwürdigen Todesfall. Als Nathalie als Vertretung des Constables mit dem Gerichtsmediziner Talraja zu einem vermeintlichen Mord gerufen wird, fallen ihr merkwürdige Konstruktionen am Tatort auf. Alles sieht aus, als ob kleine Wesen, wie Kobolde, den Mord verübt hätten.
Die Bewohner des kleinen Ortes nennen sie „die kleinen Leute“. Doch Nathalie ist klar, dass das nicht die Lösung sein kann. Sie beginnt mit Luise, Talraja und dem Constable zu ermitteln, denn kurz darauf gibt es den nächsten Mord unter genauso merkwürdigen Umständen.

In der Hintergrundgeschichte tut sich auch wieder einiges. Talrajas Neffe zieht bei ihm ein. Der Junge liebt Verschwörungstheorien und möchte am liebsten bei den Ermittlungen helfen. Was den korrupten Politiker betrifft, der schon eine Weile Nathalies Landmarkt bedroht, darf er mitmischen.

Vera Teltz gehört schon lange zu einer meiner liebsten Hörbuchsprecherinnen. Man kann alle Charaktere so wunderbar an der Stimme erkennen und das ohne merkwürdige Akzente oder ähnliches.
Mittlerweile hat sich um Nathalie und Louise eine ganze Gruppe an Freunden zusammengefunden, die bei den Ermittlungen unterstützen. Jeden dieser Charaktere ist mir sympathisch und es macht viel Freude zuzuhören.

Spannungsgrad 3 von 5
7 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek