Die unsichtbare Bibliothek – Genevieve Cogman

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Handlungsort / Personen / Inhalt
Die Bibliothek ist eine Art Institut, in dem wichtige Bücher von unterschiedlichen Welten aufbewahrt werden. Sie ist ein Ort, an dem die Zeit anders vergeht und hat Türen zu verschiedenen Paralleltwelten.

Irene Winters ist seit langer Zeit Bibliothekarin und somit im Auftrag der Bibliothek unterwegs. Sie erhält immer wieder Aufträge, um ein bestimmtes Schriftstück oder Buch aus einer Parallelwelt zu holen.

Im aktuellen Auftrag wird ihr noch Kai als Student zur Seite gestellt. Ihr Auftrag führt sie in ein London, das für mich ein Stück weit steampunk-mäßig erschien. Das war an sich richtig interessant, aber für mich auch etwas schwerz nachzuvollziehen und mir alles vorzustellen, weil es etwas ganz Neues für mich war.

Plot & Stil
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich regelrecht durch die ersten Seiten quälen musste, das der Schreibstil unerwartet zäh war – zudem ist man am Anfang noch nicht mit der Bibliothek und alldem Mystischen dahinter vertraut.
Leider konnte ich mich mit den Personen nicht sofort identifizieren, da es unklar war, wie alt Irene z. B. ist. Ihren Namen finde ich dahingehend z. B. sehr unglücklich gewählt – wenn man es deutsch ausspricht, könnte sie vom Gefühl her meine Oma sein. Selbst englisch ausgesprochen, sehe ich eine 40-jährige, pummlige, kleine Frau vor mir.

Da hier sehr viel eigene Meinung eine Rolle gespielt hat und es mir persönlich aus unterschiedlichen Grünen nicht gefallen hat (vielleicht hatte ich auch einfach eine Leseflaute, die es nicht zugelassen hat, dass ich mich im Buch verliere), werde ich hierzu keine Bewertung abgeben.

© Bettina Dworatzek

Frisch getraut – Rachel Gibson

Frisch getraut von Rachel Gibson

Frisch getraut von Rachel Gibson

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Personen & Inhalt
Clare
ist Liebesromanautorin und hat 3 beste Freundinnen, die ebenfalls Autorinnen sind. Am Tag nach der Hochzeit einer dieser Freundinnen erwacht Clare in einem fremden Hotelzimmer, ausgerechnet in den Armen von Sebastian, dem Sohn des Gärtners ihrer Mutter, der ihr die Kindheit zum Albtraum gemacht hat.

Plot & Stil
Wie von Rachel Gibson gewöhnt, war der Schreibstil sehr gut lesbar, lies mich die Gefühle von Clare nachempfinden und mich so in die Geschichte eintauchen. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass die Handlung mich dieses Mal nicht so sehr mitgerissen hat, wie ich es ansonsten von Rachel Gibson oder vergleichbaren Autorinnen gewöhnt bin. (Was aber auch daran liegen kann, dass ich einfach mega im Stress war …)

7 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Rache und Rosenblüte – Renée Ahdieh

Rache_und_RosenBlüte

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Cover & Titel
Als ich am Ende das Buch zuschlug und den Titel erneut las, hatte ich ein Aha-Erlebnis. Der Titel passt nämlich wie die Faust aufs Auge. Und das Auge, das auf dem Cover zu sehen ist, ist Chalids – er hat nämlich bernsteinfarbene Augen. Somit ist das Cover wunderschön und perfekt.

Personen & Inhalt
Shahrzad
ist so stur und kämpferisch wie eh und je. Um Chaldi zu schützen und einen Weg zu finden, hat sie den Palast verlassen. Dieses Mal muss sie über sich hinauswachsen.
Irsa, Shahrzads kleine Schwester, spielt in diesem Teil eine zentrale und wichtige Rolle.
Chalid kämpft weiter gegen den Fluch und versucht, Chorasan wieder aufzurichten.
Tarik liebt Shahrzad immer noch und hat die Hoffnung, sie wieder für sich zu gewinnen, da sie den Palast verlassen hat.
Rahim ist besonnen, wie immer, entwickelt sich aber zu einem Helden.
Despina verschwindet plötzlich aus dem Schloss.

Plot & Schreibstil
Der Schreibstil von Ahdieh hat mich wieder aufs neue verzaubert. So poetisch, wie sie manche Szenen geschrieben hat, ging mir das Herz auf und nicht selten hatte ich Tränen in den Augen.
Vom Plot her bin ich ein kleines bisschen enttäuscht. Zum einen waren es auch im 1. Band schon viele orientalische Namen, die ich mir kaum merken konnte – in diesem Teil kamen noch neue hinzu und damit weitere Handlungsstränge. Am Ende hat Ahdieh zwar alle offenen Fragen geklärt und ich war auch glücklich und zufrieden, als ich das Buch zuschlug. Doch Ahdieh hat so viele neue Handlungsstränge begonnen, dass es unmöglich war, alle weiterzuführen und zu beenden.

Fazit
Auch wenn der Plot noch mehr Potenzial gehabt hätte, zählt diese Diologie zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

 

#LitLove2016 – Kritische Frage

Wollen Autoren überhaupt Rezensionen für ihre Bücher?

Beim Bloggertreffen mit Marie Adams, Stefanie Gerstenberger und Christiane von Laffert kam dieses Thema auf. Was mich im ersten Moment sehr überraschte. Dann aber setzte ein Denkprozess ein.
Ich persönlich habe begonnen Rezensionen zu schreiben, weil ich wollte, dass besonders tolle Bücher von noch mehr Leserinnen/Lesern wahrgenommen werden. Irgendwann bin ich dann dazu übergegangen, alle Bücher zu rezensieren, die ich lese – auch solche, die mir nicht gefallen haben. Dabei versuche ich aber stets, objektiv zu bleiben und es explizit zu sagen, wenn es rein an meinem Geschmack liegt, dass mir ein Buch missfiel.

Der Verlag freut sich natürlich über Rezensionen, da es – mal ganz nüchtern betrachtet – kostenlose Werbung ist. Das entlohnt der Verlag Bloggern gegenüber freundlicherweise bzw. stellt wo möglich kostenlose Rezensionsexemplare zur Verfügung.

Was bedeutet das Ganze nun für den/die Autor/in …
Ebenfalls mal nüchtern betrachtet: Ein Bewertung deren Arbeit und damit eine Bewertung deren Idee, deren Gedankengut, … also einer Sache, die entweder gefällt oder eben nicht. Etwas, worüber man nicht urteilen sollte …

Wie nun damit umgehen?

Ich werde weiterhin Rezensionen schreiben. Vor allem werde ich weiter darauf achten, objektiv zu bleiben und die Bücher so zu beschreiben, dass einem Interessenten die Entscheidung für einen Kauf leichter fällt oder eben auf besondere Schätze aufmerksam wird. Und ich werde weiterhin ehrlich sein und differenziert bewerten. Denn auch Autoren lesen … ich kann somit deren „Ärger“ verstehen, wenn ein stilistisch „schlechtes“ Buch plötzlich in den Himmel gelobt wird und das eigene aufgrund subjektiven Empfindens schlecht bewertet wird.

Was denkt ihr dazu?

Habt ihr euch mit dieser Thematik schon einmal beschäftigt? Vor allem, seitdem es so viele Blogger gibt, hat das Thema Rezensionen ja massiv zugenommen.

Abschließende Erkenntnis:
Autoren schreiben nicht, um Erwartungen der Leser zu erfüllen, sondern weil sie eine Geschichte im Herzen haben, die rausmuss.

© Bettina Dworatzek

Lake Anna – Heimat des Herzens – Joanne St. Lucas

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Fast schon wehmütig, habe ich dieses Buch zugeschlagen. Alles, was es von Lake Anna zu erzählen gab, ist erzählt. Alle sind glücklich und jedem, für den man es sich so gewünscht hatte, wurde ein Happy End beschert.
Es ist immer wieder wunderschön, nach Lake Anna zurückzukehren. Und ich muss sagen, dass ich diesen Teil persönlich am besten fand.

Ewan Blake ist der Sohn des alten George. Vor Jahren – noch als Jugendlicher – war er gegangen. Weg von seinem saufenden Vater. Seine Jugendliebe Katie ließ er zurück. Nun kehrt er aufgrund der Beerdigung seines Vaters nach Lake Anna zurück und wird regelrecht von seiner Vergangenheit eingeholt.

Katie Travis ist die Besitzerin des Lake View Inn. Sie lebte schon immer – und lebt immer noch in Lake Anna. Aufgewachsen ist sie dort als die Pfarrerstochter.
Seit ihrer Jugend hat sie sich vieles erarbeitet, ihre Kinder großgezogen, Freundschaften geschlossen und die Küche ihrer Pension ist ein beliebter Ort für ihre Freundinnen geworden.
Als Ewan nach Jahren wieder auftaucht, fällt sie aus allen Wolken. Sie hatte nicht erwartet, ihn jemals wieder zu sehen, denn sie hatte ihn ihn das hinterste Eck ihrer Gefühlswelt verbannt.

Vom Aufbau, der Spannungskurve und den Personen her, ist das mein Lieblings-Lake-Anna-Roman. Ich finde es toll, wie jede/r aus Lake Anna seine Geschichte bekommt. ❤

Joanne St. Lucas hat mich wieder voll am Herz erwischt. Ich liebe Lake Anna und die Bewohner.

Ein wirklich wundervoller (aber letzter?) Teil.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

 

Depression abzugeben – Uwe Hauck

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Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum anderen, worauf ich bei mir selbst achten möchte, bzw. was mir über mich selbst klargeworden ist.

Ich glaube, jeder kennt mindestens eine Person in seinem näheren Umfeld, mit einer psychischen Krankheit. Auch ich kenne (wissentlich) zwei Personen mit Depressionen und eine Person mit Borderline.
Ich muss zugeben, bei den beiden mit Depressionen habe ich typisch unwissend gehandelt – mit dem Gedanken „Ich kann nicht nachvollziehen, wie die depressiv werden konnten. Die haben doch alles. Haus, tolle Familie, Job etc.“ Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es Krankheiten sind – nur kann man die eben nicht sofort sehen, wie z. B. einen gebrochenen Arm.
Appell an alle psychisch Erkrankten: Sagt eurem Umfeld, was ihr habt, klärt über die Krankheit auf, wenn ihr nicht missverstanden werden wollt. Klar müsst ihr nicht jedem alles offen legen, aber den Menschen, die euch wichtig sind müsst ihr eine Hilfestellung geben, eure Krankheit zu begreifen.
Wäre die Person, die ich kenne, die an Borderline erkrankt ist, offen mit mir umgegangen, dann hätten wir unseren Kontakt sicher nicht abgebrochen. Ich weiß jetzt, dass mein Verhalten ihr gegenüber nicht richtig war – aber woher hätte ich es wissen sollen? Und psychische Krankheiten bedeuten auch immer, dass der Erkrankte an sich selbst arbeiten muss, um mit dem Umfeld wieder klarzukommen. D. h. von beiden Seiten ist Mühe notwendig.
„Ihr seid nicht schwach, wenn ihr euch Hilfe holt. Ihr seid klug und so mutig, eure Dämonen zu bekämpfen. Das ist ein Zeichen großer Stärke“ (Zitat, S. 428, Depression abzugeben)

Dieses Buch hat mich lachen, weinen und viel nachdenken lassen. Obwohl ich keine derartige Erkrankung habe, war das für mich persönlich die Quintessenz:
„Man behauptet zwar gerne, man benötige dringend Querdenker, Visionäre Menschen, die sich gut in andere einfühlen können [und lasst mich das tolle Wort benchmark hinzufügen]. Aber lebt man sein Talen aus, kriegt man mündlich oder schlimmer noch, disziplinarisch gleich eine aufs Dach.“ (Zitat, S. 395, Depression abzugeben)
Oh, wie recht Uwe Hauck damit hat! Nur habe ich in diesem Fall Glück, nicht psychisch erkrankt zu sein, damit sowas bei mir eine Katastrophe ausgelöst hätte.

Abschließend möchte ich Uwe Hauck noch einmal zitieren und jedem ans Herzen legen, dieses Buch zu lesen:
„Dein Leben ist ein Roman, für dessen Happy End du selbst verantwortlich bist“

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Das Geheimnis der Schwimmerin – Erika Swyler

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Simon Watson ist Bibliothekar. Aktuell läuft in seinem Leben nicht alles, wie es soll. Sein Haus an der Küste ist marode und bedürfte einer Renovierung, die er sich nicht leisten kann. 

Er lebt alleine. Das Meer spielt eine große Rolle in seinem Leben. Seine Mutter brachte sich an einem 24. Juli um, als er noch ein kleiner Junge war. Seitdem sorgte Simon für seine Schwester, bis diese erwachsen war und fort ging.

Eines Tages findet er ein antikes Buch in seinem Briefkasten, das die Chroniken eines Wanderzirkus enthält. In diesen entdeckt er auch seine Vorfahrinnen, die alle ebenfalls an einem 24. Juli ertranken. Und der nächste 24. Juli steht direkt bevor.

Die Handlung war spannend und toll erzählt. Jedoch hat mich die Geschichte nicht 100%-ig in ihren Bann gezogen, da alles aus Simons Sicht erzählt wurde und ich mich mit diesem nicht identifizieren konnte. Die Lesestimme von Sascha Rotermund war sehr angenehm.

Trotzdem hat mir das Hörbuch gefallen und für lange Autofahrten ist es genau richtig.

7 von 10 Hörbuchsternen 

Bettina Dworatzek