Das blaue Medaillon – Martha Sophie Marcus

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Dieses Buch habe ich in einer Leserunde der Lesejury gelesen und Danke der Bastei Lübbe für das Bereitstellen des Buches.

Alessa ist 20 Jahre alt. Ihre Eltern starben früh und so wurde sie von ihrem Großvater und ihrer Tante aufgezogen. Ihr Großvater lehrte sie, wie man stiehlt und ihre Tante brachte ihr vieles über Theater und Schauspiel bei.

Pietro Ferretti ist Alessas Großvater. Einige Informationen aus Alessas früher Kindheit, behält er für sich, um sie zu schützen. Zenobia ist Alessas Tante. Zu Beginn des Buches ist sie schwer krank und stirbt bald darauf.

Kurz bevor Zenobia stirbt, fordert sie Pietro auf, Alessa zu informieren, warum ihre Eltern damals starben – bzw. umgebracht wurden. Herbei spielt das blaue Medaillon eine große Rolle. Daraufhin wird eine Kette an Ereignissen in Gang gesetzt, was dazu führt, dass Pietro von einem venezianischen Auftragsmörder umgebracht wird. Alessa muss fliehen.

Um vor Mezanotte zu flüchten, schließt sie sich der Schauspielerfamilie Sartori an, die auf dem Weg nach Deutschland sind, um am Hof eines Herzogs aufzutreten. Dort lebt ihr einziger verbliebener Verwandter.

Dieser historische Roman wird mir auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben.
Ich liebe die Charaktere – allen voran Alessa, Flori und Arthur. Einfach weil sie mutig, aufrichtig und leidenschaftlich sind.
Gleichzeitig fand ich es wieder mal ungemein spannend, in eine andere Zeit einzutauchen. Vor allem für Venedig habe ich da eine Schwäche, aber auch die Kapitel am Hof fand ich toll.

Zudem hatten wir hier ja eine Robin-Hood-ähnliche Szenerie mit Alessa als Meisterdiebin. Das fand ich auch sehr spannend und daher war das Lesen sehr kurzweilig.

Natürlich lese ich viele Bücher – die meisten davon gute bis sehr gute. Trotzdem muss ich sagen, dass mir schon lange keines mehr so kurzweilig erschien, mich so gefesselt hat und mich in freudiger Erwartung gestimmt hat, wenn ich wusste, dass ich bald weiterlesen darf.

Eine Aussage von Alessa hat mich dabei beeinduckt und nachdenklich gestimmt: „Ich glaube nicht, dass jemals ein Herrscher für längere Zeit mächtig blieb, der nicht bereit war, seine Macht auch durch Erpressung und Mord zu verteidigen.“
Darin liegt (leider) so viel Wahrheit und ist damit irgendwie auch Essenz unserer menschlichen Geschichte.
Morde geschehen bei weitem in unserer Gesellschaft (zumindest in Europa) nicht mehr so viele wie damals, doch geht das ganze nun viel perfider zugange.

Auch den Verlauf der Story, die unerwarteten Wendungen und den Abschluss fand ich super und sehr passend. Vor allem, dass das Cover ja wie die Faust aufs Auge passt 🙂

Von Martha Sophie Marcus werde ich sehr gerne wieder etwas lesen. Eine rundum gelungene Leserunde.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

 

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Vorübergehend verschossen – Anke Maiberg

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Tim und Felix sind Zwillinge. Bis auf ein Muttermal gleichen sie sich wie ein Ei dem anderen. Nur was die Charektere betrifft, sind sie unterschiedlich. Tim ist eher ein Tollpatsch und Felix gut strukturiert. Schon früher musste Felix Tim immer aus der Patsche helfen, doch dieses Mal geht wirklich alles schief.

Tim möchte Nelli heiraten, doch verpasst den Rückflug von seiner Junggesellenabschiedstour in Las Vegas.
Felix springt ein und heiratet Nelli, um die Ehe seines Bruders zu retten. Doch auch zum Start der Flitterwochen wird Tim nicht rechtzeitig zurück sein, weil er versehentlich seine Jugendfreundin in einer Elvis-Kapelle geheiratet hat.
Also muss Felix auch mit Nelli nach Nizza fliegen. Er bemüht sich nonstop, dass sie nicht bemerkt, dass er eigentlich der Falsche ist, bis er bemerkt, dass sie die Richtige ist.

Nelli ist eine herzensgute Frau. Zuhause muss sie Tim immer hinterherräumen und in den Flitterwochen ist er plötzlich so um sie bemüht.

Oma Ilse hat das Spiel auf der Hochzeit schon durchschaut. Aber nicht nur dahingehend hat sie den vollen Durchblick.

Es hat richtig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Und das aus gleich mehreren Gründen. Die Charaktere waren alle sehr sympathisch, der Schreibstil locker und leicht zu lesen und gespickt mit lustigen Worten, die aber immer genau zur Situation gepasst haben.

Ein wirklich lustiges und zugleich herzerweichendes Buch.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

 

Tausend kleine Lügen – Liane Moriarty

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1 Küstenstädtchen – 1 Vorschulklasse – 1 Mord

Jane ist mit ihrem 5-jährigen Sohn nach Pirriwee, einem kleinen Küstenort in Australien, gezogen, um erneut vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Dort lernt sie Madeline und Celeste kennen, zwei Mütter deren Kinder ebenfalls in die Vorschulklasse gehen.

Gleich zu Beginn des Hörbuchs ist klar, dass es beim Quiz-Abend einen Todesfall gibt. Dann wird in die Vergangenheit gesprungen und die einzelnen Kapitel werden mit einem Countdown bis zum Quiz-Abend betitelt.
Zudem gibt es Zwischensequenzen, in denen einzelne Eltern und Lehrer der Schule zu den Vorfällen befragt werden.

Inhaltlich finde ich dieses Hörbuch sehr interessant, denn es werden verschiedene (gesellschafts-)kritische Themen angesprochen. Häusliche und sexuelle Gewalt werden auf eine einfühlsame und interessante Weise aufgearbeitet.

Zu Anfang habe ich mich etwas schwer getan mit dem Aufbau der Story. Die Sicht wechselt zwischen Madeline, Celeste und Jane. Dazwischen die Kurzsequenzen mit den Kommentaren der anderen Vorschuleltern, die ihre Spekulationen kundtun. Doch je weiter das Hörbuch fortschritt, desto besser fand ich es. Zumal bis zum Schluss nicht klar ist, wer stirbt und wie.

Sowohl vom Inhalt, als auch vom Aufbau, fand ich dieses Hörbuch absolut genial.

9 von 10 Hörbuchsternen

© Bettina Dworatzek

Die unsichtbare Bibliothek – Genevieve Cogman

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Handlungsort / Personen / Inhalt
Die Bibliothek ist eine Art Institut, in dem wichtige Bücher von unterschiedlichen Welten aufbewahrt werden. Sie ist ein Ort, an dem die Zeit anders vergeht und hat Türen zu verschiedenen Paralleltwelten.

Irene Winters ist seit langer Zeit Bibliothekarin und somit im Auftrag der Bibliothek unterwegs. Sie erhält immer wieder Aufträge, um ein bestimmtes Schriftstück oder Buch aus einer Parallelwelt zu holen.

Im aktuellen Auftrag wird ihr noch Kai als Student zur Seite gestellt. Ihr Auftrag führt sie in ein London, das für mich ein Stück weit steampunk-mäßig erschien. Das war an sich richtig interessant, aber für mich auch etwas schwerz nachzuvollziehen und mir alles vorzustellen, weil es etwas ganz Neues für mich war.

Plot & Stil
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich regelrecht durch die ersten Seiten quälen musste, das der Schreibstil unerwartet zäh war – zudem ist man am Anfang noch nicht mit der Bibliothek und alldem Mystischen dahinter vertraut.
Leider konnte ich mich mit den Personen nicht sofort identifizieren, da es unklar war, wie alt Irene z. B. ist. Ihren Namen finde ich dahingehend z. B. sehr unglücklich gewählt – wenn man es deutsch ausspricht, könnte sie vom Gefühl her meine Oma sein. Selbst englisch ausgesprochen, sehe ich eine 40-jährige, pummlige, kleine Frau vor mir.

Da hier sehr viel eigene Meinung eine Rolle gespielt hat und es mir persönlich aus unterschiedlichen Grünen nicht gefallen hat (vielleicht hatte ich auch einfach eine Leseflaute, die es nicht zugelassen hat, dass ich mich im Buch verliere), werde ich hierzu keine Bewertung abgeben.

© Bettina Dworatzek

Rache und Rosenblüte – Renée Ahdieh

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Cover & Titel
Als ich am Ende das Buch zuschlug und den Titel erneut las, hatte ich ein Aha-Erlebnis. Der Titel passt nämlich wie die Faust aufs Auge. Und das Auge, das auf dem Cover zu sehen ist, ist Chalids – er hat nämlich bernsteinfarbene Augen. Somit ist das Cover wunderschön und perfekt.

Personen & Inhalt
Shahrzad
ist so stur und kämpferisch wie eh und je. Um Chaldi zu schützen und einen Weg zu finden, hat sie den Palast verlassen. Dieses Mal muss sie über sich hinauswachsen.
Irsa, Shahrzads kleine Schwester, spielt in diesem Teil eine zentrale und wichtige Rolle.
Chalid kämpft weiter gegen den Fluch und versucht, Chorasan wieder aufzurichten.
Tarik liebt Shahrzad immer noch und hat die Hoffnung, sie wieder für sich zu gewinnen, da sie den Palast verlassen hat.
Rahim ist besonnen, wie immer, entwickelt sich aber zu einem Helden.
Despina verschwindet plötzlich aus dem Schloss.

Plot & Schreibstil
Der Schreibstil von Ahdieh hat mich wieder aufs neue verzaubert. So poetisch, wie sie manche Szenen geschrieben hat, ging mir das Herz auf und nicht selten hatte ich Tränen in den Augen.
Vom Plot her bin ich ein kleines bisschen enttäuscht. Zum einen waren es auch im 1. Band schon viele orientalische Namen, die ich mir kaum merken konnte – in diesem Teil kamen noch neue hinzu und damit weitere Handlungsstränge. Am Ende hat Ahdieh zwar alle offenen Fragen geklärt und ich war auch glücklich und zufrieden, als ich das Buch zuschlug. Doch Ahdieh hat so viele neue Handlungsstränge begonnen, dass es unmöglich war, alle weiterzuführen und zu beenden.

Fazit
Auch wenn der Plot noch mehr Potenzial gehabt hätte, zählt diese Diologie zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

 

Depression abzugeben – Uwe Hauck

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Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum anderen, worauf ich bei mir selbst achten möchte, bzw. was mir über mich selbst klargeworden ist.

Ich glaube, jeder kennt mindestens eine Person in seinem näheren Umfeld, mit einer psychischen Krankheit. Auch ich kenne (wissentlich) zwei Personen mit Depressionen und eine Person mit Borderline.
Ich muss zugeben, bei den beiden mit Depressionen habe ich typisch unwissend gehandelt – mit dem Gedanken „Ich kann nicht nachvollziehen, wie die depressiv werden konnten. Die haben doch alles. Haus, tolle Familie, Job etc.“ Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es Krankheiten sind – nur kann man die eben nicht sofort sehen, wie z. B. einen gebrochenen Arm.
Appell an alle psychisch Erkrankten: Sagt eurem Umfeld, was ihr habt, klärt über die Krankheit auf, wenn ihr nicht missverstanden werden wollt. Klar müsst ihr nicht jedem alles offen legen, aber den Menschen, die euch wichtig sind müsst ihr eine Hilfestellung geben, eure Krankheit zu begreifen.
Wäre die Person, die ich kenne, die an Borderline erkrankt ist, offen mit mir umgegangen, dann hätten wir unseren Kontakt sicher nicht abgebrochen. Ich weiß jetzt, dass mein Verhalten ihr gegenüber nicht richtig war – aber woher hätte ich es wissen sollen? Und psychische Krankheiten bedeuten auch immer, dass der Erkrankte an sich selbst arbeiten muss, um mit dem Umfeld wieder klarzukommen. D. h. von beiden Seiten ist Mühe notwendig.
„Ihr seid nicht schwach, wenn ihr euch Hilfe holt. Ihr seid klug und so mutig, eure Dämonen zu bekämpfen. Das ist ein Zeichen großer Stärke“ (Zitat, S. 428, Depression abzugeben)

Dieses Buch hat mich lachen, weinen und viel nachdenken lassen. Obwohl ich keine derartige Erkrankung habe, war das für mich persönlich die Quintessenz:
„Man behauptet zwar gerne, man benötige dringend Querdenker, Visionäre Menschen, die sich gut in andere einfühlen können [und lasst mich das tolle Wort benchmark hinzufügen]. Aber lebt man sein Talen aus, kriegt man mündlich oder schlimmer noch, disziplinarisch gleich eine aufs Dach.“ (Zitat, S. 395, Depression abzugeben)
Oh, wie recht Uwe Hauck damit hat! Nur habe ich in diesem Fall Glück, nicht psychisch erkrankt zu sein, damit sowas bei mir eine Katastrophe ausgelöst hätte.

Abschließend möchte ich Uwe Hauck noch einmal zitieren und jedem ans Herzen legen, dieses Buch zu lesen:
„Dein Leben ist ein Roman, für dessen Happy End du selbst verantwortlich bist“

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Elias & Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht

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Das Imperium ist wirklich eine faszinierende Welt. Das Cover des zweitel Teils finde ich genauso ansprechend, wie beim ersten Teil. Da ist wirklich ein sehr großes Lob für den Grafiker angebracht.

Ich hatte das Glück, den 2. Teil der Masken-Reihe in einer Leserunde der Lesejury lesen zu können. Es macht immer sehr viel Spaß, mit anderen Leserinnen und Lesern über den Verlauf des Geschehens zu reden und zu spekulieren, was wohl alles passieren wird.

Nun zum Inhalt und den Personen. ACHTUNG – TEIL 2! (Bitte nicht weiterlesen, falls ihr Teil 1 noch nicht kennt!)

Das Schicksal hat Elias und Laia zusammengeführt. Elias, der seine Maske abgelegt hat und Laia, das Kundigenmädchen, das so viel Stärke beweist.
Die Masken des Imperiums unterdrücken die Kundingen des Landes und verbreiten Angst und Schrecken.
Teil 1 endete ja damit, dass Laia Elias vor der Hinrichtung bewahrte und er ihr im Gegenzug versprach, sie aus der Stadt zu bringen und nach Kauf zu führen, zu dem Gefängnis, in dem ihr Bruder eingesperrt ist.
Gemeinsam begeben sie sich also auf einen abenteuerlichen Weg, auf dem viele Gefahren lauern.
Währenddessen wird Marcus Imperator und Helena muss ihrer Aufgabe als Blutgreif nachkommen.

Diese Buchreihe ist an Spannung und unerwarteten Wendungen kaum zu übertreffen.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Man wird richtig hineingezogen in die Flucht und in Laias und Elias‘ Gefühlswelt.

Nachdem ich den 1. Teil schon vor einer Weile gelesen hatte, hat es etwas gedauert, bis ich mich wieder in der Welt des Imperiums zurecht gefunden habe.

Ein wirklich toller 2. Teil mit einem offenen Ende. Ich hoffe, es gibt noch einen 3. Teil.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek