Reisebericht – Regensburg

Regensburg
(Foto: Bettina Dworatzek)

Zum Anfang des neuen Jahres waren mein Mann und ich 3 Tage in Regensburg – etwas abschalten, bevor es wieder in ein arbeitsreiches Jahr geht. Wir haben uns ganz bewusst eine Stadt „in der Nähe“ ausgesucht, um eine kurze (1h45min) Fahrtstrecke zu haben. Für eine längere Fahrt hätten wir beide keine Nerven gehabt. Übernachten wollten wir aber trotzdem, um ganz stressfreie Tage verbringen zu können, ohne den Druck, dass man ja später noch heimfahren muss.



Reisefacts: Regensburg – 3 Tage – Auto – Eurostars Park Hotel Maximilian


Unser Hotel war in ruhiger Lage am Rand der Altstadt. So konnten wir uns jederzeit bequem zu Fuß auf den Weg machen. Die Altstadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten haben wir also zu Fuß erkundet. Das Gebäude ist wunderschön erhalten – zumindest von außen. Auch innen gibt es prunkvolle Räume mit Stuckdecken, großen Spiegeln und Wandverzierungen – jedoch könnte man unserer Meinung nach viel mehr daraus machen.

Park Hotel Maximilian
(Foto: Bettina Dworatzek)

Die Stadt Regensburg bietet Stadtführungen an. Tickets gibt es online oder vor Ort in der Tourist-Information. Für 10€/Erwachsener bekamen wir eine 90-minütige Führung in der Altstadt mit Hintergrundinformationen zu Regensburg, der steinernen Brücke, der Porta Praetoria, dem St. Peter Dom und der Bedeutung der Donau für die Stadt, die seit 2006 zum UNESCO Welterbe gehört.

Am letzten Tag sind wir noch zur Gedenkstätte Walhalla gefahren, die im 19. Jahrhundert im Auftrag des bayerischen Königs Ludwigs I. gebaut wurde. Ein wirklich imposantes Bauwerk in schönster Lage über der Donau (die wir von oben aufgrund des aufgezogenen Nebels nicht sehen konnten). Im Sommer kann man auch mit einem Schiff von der Stadt aus die Donau entlangfahren und zur Gedenkstätte hochlaufen.

Walhalla
(Foto: Bettina Dworatzek)

Die Altstadt von Regensburg hat mir sehr gut gefallen, weil sie ordentlich, gepflegt und belebt ist. Es gibt viele Restaurants, Cafès, Bars und viele Läden – vor allem nicht nur irgendwelche Ketten sondern auch besondere Einzelhändler.



Die coolsten Läden (unbezahlte Werbung): Bücher Pustet, Selmaier Spielwaren, Schauhi…Papiersachen, Farben Eckert


In Regensburg boten sich gleich mehrere Gelegenheiten zu shoppen. Zum einen die Innenstadt/Altstadt, wo man alles findet. Vom Frisör, Reisebüro und Optiker bis hin zu Markenkleidung, Bastelbedarf, Büchern und Antiquitäten.
Ganz in der Nähe des Bahnhofs sind die Regensburg Arcaden, ein mittelgroßes „typisches“ Einkaufszentrum, durch das wir an einem Abend durchgebummelt sind.
Am Tag unserer Abreise haben wir dann noch einen kurzen Stop im Donaueinkauszentrum gemacht, das um einiges großer ist, als die Arcaden.


Perfekte Reisedauer: 3-5 Tage


Da das Frühstück im Übernachtungspreis des Hotels inbegriffen war, mussten wir uns hierum nicht kümmern. Am ersten Abend hatten wir Lust auf Burger und sind somit im Hans im Glück gelandet. Am zweiten Abend hatten wir leckere Pizza in der L’Osteria, die uns beim Stadtbummel aufgefallen war. Zum Mittagessen wollten wir daher etwas leichteres essen, weswegen wir zu Dragonbirds Sushi & Vietnamese Kitchen gingen, das bei Tripadvisor auf Platz 4. der besten Restaurants in Regensburg ist. Dazu muss ich aber gleich sagen, dass meine Erwartungen eher etwas enttäuscht wurden. Zum einen hatten wir schon besseres Sushi, zum anderen haben wir beobachtet, wie die Kellner zwischen dem Servieren rauchen gegangen sind. Und auch die Räumlichkeiten bieten mehr Potenzial.

Zum Aufwärmen und für einen Kaffee zwischendurch haben wir über Tripadvisor nach Cafès gesucht. So landeten wir einmal in der Moccabar, wo Kaffee und Kuchen gut waren, aber ziemlich laut und gedrängt voll. Am nächsten Nachmittag führte uns unser Weg in die 190° Café Bar Rösterei, die ich vom Konzept her sehr cool finde, zumal man dort auch diverse Kaffee & Barista Kurse besuchen kann. Mein Cafe Veronese war zudem super lecker.
Ein besonderes „Must-eat“ für Regensburg hatten wir jetzt nicht, aber wir haben uns auch eher nicht für die regionale Küche interessiert, da diese ja nicht anders ist, als hier zuhause. Aber während der Stadtführung kamen wir an der historischen Wurstkuchl vorbei, die die älteste Wurstküche der Welt ist.


Beste Reisezeit: Mai – Juni – September


Es war zwar ziemlich kalt (meist um die 0°C), aber dafür eine ruhige Reisezeit. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Mai/Juni/September die schönsten Reisemonate sind. Wir fanden 3 Tage für uns optimal, wobei wir gerne noch eine Schlossführung im Schloss St. Emmeram gemacht hätten, was uns zeitlich leider nicht mehr gereicht hat. 3-5 Tage sind also (je nach Unternehmung) perfekt.Selfie
(Foto: Bettina Dworatzek)

Mein absoluter Lieblingsmoment war, als wir die Steinerne Brücke und den Dom von der Mitte der Donau aus fotografiert haben. Denn in diesem Moment begann die Sonne unterzugehen und tauchte alles in ein malerisches Licht.

Fazit: Es war echt ein toller Städtetrip. Super zu zweit (sicherlich auch mit Freunden cool) – vieles auch familientauglich. Wir haben die Zeit sehr genossen. Falls wir irgendwann nochmal nach Regensburg gehen sollten, dann im Frühling oder Sommer, um noch die anderen Seiten der Stadt und der Umgebung zu entdecken.

Für den Trip gibts 10 von 10 Reisesternen

© Bettina Dworatzek

Das Café der guten Wünsche – Marie Adams

Das Café der guten Wünsche
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Julia hat von ihrer Großmutter ein Café geerbt, das sie gemeinsam mit ihren Freundinnen Laura und Bernadette betreibt. Die drei führen das Café mit Leidenschaft, Liebe zum Detail und einem Geheimnis – denn sie geben jedem Gast heimlich einen guten Wunsch mit auf den Weg.
Julia und ihre Freundinnen glauben daran, dass alles, was man denkt, wahr werden kann und erlauben sich daher nur positive Gedanken.
Gestört wird das Glück der drei jungen Frauen dann aber doch vom Leben.
Julias Bruder Nick mischt sich immer mal wieder ein, genauso wie der Journalist Robert, der der Pessimismus in Person ist. Dass dabei die Funken fliegen, wenn er auf Julia trifft, die in allem und jedem das Gute sehen will, ist klar.
Was passiert wohl, wenn Wünsche gegensätzlicher nicht sein können? Oder wenn Julias Wunsch, ihren Urlaubsflirt und gleichzeitig Liebe ihrer Jugend – Jean – endlich zum Greifen nah wäre?

Die Perspektive wechselt zwischen vielen der Charaktere – oft auch als auktorialer Erzähler, sodass man als Leser alle Gedanken kennt. Das hat zu diesem Buch sehr gut gepasst. Vor allem fand ich es spannend, auch immer wieder in Roberts Perspektive zu schlüpfen und seine Veränderung mitzuerleben.

Die Thematik hinter dem Buch ist super interessant. Ich glaube zwar nicht in diesem Sinne an die Macht der Gedanken, aber ich glaube daran, dass man mit einer positiven Einstellung alles erreichen kann und dass man selbst glücklicher ist, wenn man auch auf seine Mitmenschen acht gibt. Hin und wieder sollte man seinen Blick bewusst in sein Umfeld lenken und sich ein paar Fragen stellen: Mit wem habe ich schon lange nicht mehr gesprochen? Wo schläft vielleicht ein Kontakt ein? Welche Freundin/Freund braucht gerade Trost? Wo kann ich durch meine Talente jemanden unterstützen? Wem bin ich dankbar und habe ich das schon lange nicht mehr gesagt? Wen könnte ich glücklich machen und wie?
Oft sind es die kleinen Dinge, die uns den Alltag versüßen. Das freundliche Lächeln und die gute Laune der Bäckereiverkäuferin, eine liebe Sprachnachricht einer Freundin oder eine Umarmung – einfach so.

In Rothenburg ob der Tauber (was von mir nur 12 km entfernt ist) gibt es auch ein wundervolles Café das soo liebevoll eingerichtet ist. Daher konnte ich mir das Interieur des „Café Juliette“ aus dem Buch so gut vorstellen. Im Café Einzigartig gleicht auch kein Stuhl, kein Tisch – nichts – dem anderen, aber zusammen sieht es einfach perfekt aus. Wenn ihr mal in der Nähe seid, müsst ihr dort unbedingt vorbeigehen. Es gibt täglich frische Kuchen und das Frühstück dort ist ein Traum.

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Ein Kuchenstück zum Liebesglück – Britta Orlowski

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Vor ein paar Jahren (um genau zu sein im Mai 2015) habe ich schon ein Buch von Britta Orlowski gelesen. („Land oder Liebe„). Auch wenn in einem anderen Verlag erschienen, und jeweils einzeln lesbar, hängen die Bücher miteinander zusammen. Sie spielen nämlich alle auf dem Mehrgenerationenhof in Bützer.

Zur Bützer-Reihe gehören:
– Land oder Liebe
– Liebe misst man nicht in Jahren
– Solange deine Schatten flüstern
– Ein Kuchenstück zum Liebesglück
(Und „Maistöcke“ – aber das ist ein historischer Roman)

Jedes Buch hat also seine Hauptcharaktere, aber man trifft auch alte Bekannte wieder.
In „Ein Kuchenstück zum Liebesglück“ steht die 19-jährige Cosima im Vordergrund, die schon vor einer Weile auf den Hof gezogen ist, sich mittlerweile eingelebt hat und das Hof-Café führt. In der Thematik des Backens geht Cosima sehr auf. Toll finde ich, dass einige der beschriebenen Rezepte im Buchanhang zu finden sind. Auch mit der Dekoration des Cafés gibt Cosima sich sehr viel Mühe.
Dann wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Denn Vincent taucht immer wieder auf dem Hof auf, den sie von früher kennt, weil ihre Eltern in denselben gehobenen Kreisen verkehren.
Weil sie in den Hofbewohnern eine richtige Familie gefunden hat, in der aufeinander geachtet und sich gegenseitig unterstützt wird, hat sie sich verändert – was auch Vincent nicht entgeht. Und plötzlich gerät auch seine Welt ins Wanken.

Das Cover finde ich zuckersüß – und natürlich auffällig. Die Cover der ersten beiden Bützer-Bände haben mir besser gefallen und es wäre natürlich schön gewesen, wenn sich die Cover der Bände ähneln würden, damit man einen Wiedererkennungswert hat – das ist bei verschiedenen Verlagen aber natürlich schwierig.
Im Vergleich zu anderen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, wird in diesem viel gesprochen und wenig „bildgewaltig die Umgebung beschrieben“. Am Anfang fand ich das ein bisschen irritierend – andererseits habe ich mich die ganze Zeit gefühlt, als säße ich daneben und würde einfach zuhören. Irgendwie gab mir das das Gefühl, als würde ich die Charaktere persönlich kennen – was sicherlich auch daran liegt, dass die Erzählperspektive zwischen Cosimas und Vincents Sicht wechselt.
Ich habe mich schon auf der ersten Seite wieder total wohl gefühlt auf dem Mehrgenerationenhof und ich bin immer noch geflasht von dieser Idee. Schon 2015 hat mich das beeindruckt. Jetzt sitze ich hier, in meinen eigenen vier Wänden … vor 2 Jahren haben mein Mann und ich ein Haus gekauft und sind in unsere Wahlheimat (ins wunderschöne Romantische Franken) gezogen. Natürlich kennen wir hier noch nicht so viele Leute. Da wäre ein Mehrgenerationenhof natürlich Gold wert … aber wenn ich den nicht haben kann, kann ich zumindest den sozialen Gedanken dahinter übernehmen – denn in unserer Nachbarschaft gibt es auch ganz liebe Menschen, die sich um uns kümmern und wir um sie. Als ich heute z. B. die leckeren Apfelrosen gebacken habe (Fotos auf Instagram), habe ich den Nachbarn natürlich welche rübergebracht. Ich finde es immens wichtig, dass man auf sein Umfeld achtet, andere umsorgt und unterstütz – und wenn man selbst auch Hilfe und Unterstützung bekommt, wenn man sie braucht.

Dieses Rezensionsexemplar habe ich über die Leserunde bei Lovelybooks bekommen. Daher geht ein Dank an Lovelybooks, einer an den Niemeyer Verlag und ein besonders großer an Britta Orlowski – denn die hat in ihrer Bützer-Reihe ein großes Stück Heimatgefühl, Geborgenheit und Liebe eingearbeitet.

Wer mehr zu Britta wissen möchte, ich habe sie im Oktober 2016 schon mal interviewt. Hier gehts zum Beitrag.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek