Aufblühen – Sarah Remsky

[Werbung – Rezensionsexemplar] – Mehr zum Buch

Ich weiß nicht genau, wie ich mit der Bewertung, bzw. meinem Bericht über dieses Buch beginnen soll. „Gefunden“ habe ich es während des Sachbuchfrühlings von Netgalley.de.
Nachdem ich „Fühl dich wohl in deinem Zuhause“ gelesen hatte, dachte ich, dass ein Buch zum Thema Zimmerpflanzen da perfekt dazupasst und mein Wissen vervollständigt. Schließlich haben wir auch viele Zimmerpflanzen und ich wollte mich schon länger intensiver damit beschäftigen, vor allem, welche Pflanzen gut sind, z. B. fürs Raumklima im Schlafzimmer usw.
Und beim Klappentext bin ich davon ausgegangen, dass es wie die Faust aufs Auge passt.

„Pflanzen stärken unser Immundsystem, verbessern unser Raumklima, sorgen für Entspannung […]. In ihrem Buch zeigt sie, wie wir den Wohntrend in den eigenen vier Wänden realisieren können und gibt Tipps rund um die richtige Pflege, Standort und heilsame Wirkungen.“

(Aufblühen – Sarah Remsky – LübbeLife

Meine Erwartungen an dieses Sachbuch wurden also durch den Klappentext geprägt. Vom Buch selbst aber bin ich sehr enttäuscht, denn das verfehlte die Erwartungen weit.
Es geht zu mehr als 50% um die Autorin und ihren Weg aus der Depression. Bitte versteht mich nicht falsch – ich weiß, wie schlimm Depressionen sind/sein können und es ist toll, dass die Autorin mit ihren Rund 100 Pflanzen zuhause einen Weg aus dem Dunkel gefunden hat und es verdient Respekt, dass sie uns daran teilhaben lässt. Aber der eigentliche Fokus, den ich in diesem Buch erwartet habe, rückt in den Hintergrund.

Natürlich stecken auch viele Infos zu Pflanzen, deren Eigenschaften und Pflege im Buch. Diese muss man aber gezielt zwischen den Berichten der Autorin suchen. Und leider gibt es auch nicht zu jeder Pflanze ein Bild.

Ich bin ganz ehrlich – ich habe nur die Texte zu den Pflanzen gelesen, weil der Rest nicht das war, wonach ich gesucht habe. Es tut mir selbst leid, dass mich das Buch so enttäuscht hat. Trotzdem lässt es sich als Nachlagewerk verwenden – und ein paar neue Pflanzen durften deshalb auch schon einziehen.

5 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Depression abzugeben – Uwe Hauck

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Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum anderen, worauf ich bei mir selbst achten möchte, bzw. was mir über mich selbst klargeworden ist.

Ich glaube, jeder kennt mindestens eine Person in seinem näheren Umfeld, mit einer psychischen Krankheit. Auch ich kenne (wissentlich) zwei Personen mit Depressionen und eine Person mit Borderline.
Ich muss zugeben, bei den beiden mit Depressionen habe ich typisch unwissend gehandelt – mit dem Gedanken „Ich kann nicht nachvollziehen, wie die depressiv werden konnten. Die haben doch alles. Haus, tolle Familie, Job etc.“ Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es Krankheiten sind – nur kann man die eben nicht sofort sehen, wie z. B. einen gebrochenen Arm.
Appell an alle psychisch Erkrankten: Sagt eurem Umfeld, was ihr habt, klärt über die Krankheit auf, wenn ihr nicht missverstanden werden wollt. Klar müsst ihr nicht jedem alles offen legen, aber den Menschen, die euch wichtig sind müsst ihr eine Hilfestellung geben, eure Krankheit zu begreifen.
Wäre die Person, die ich kenne, die an Borderline erkrankt ist, offen mit mir umgegangen, dann hätten wir unseren Kontakt sicher nicht abgebrochen. Ich weiß jetzt, dass mein Verhalten ihr gegenüber nicht richtig war – aber woher hätte ich es wissen sollen? Und psychische Krankheiten bedeuten auch immer, dass der Erkrankte an sich selbst arbeiten muss, um mit dem Umfeld wieder klarzukommen. D. h. von beiden Seiten ist Mühe notwendig.
„Ihr seid nicht schwach, wenn ihr euch Hilfe holt. Ihr seid klug und so mutig, eure Dämonen zu bekämpfen. Das ist ein Zeichen großer Stärke“ (Zitat, S. 428, Depression abzugeben)

Dieses Buch hat mich lachen, weinen und viel nachdenken lassen. Obwohl ich keine derartige Erkrankung habe, war das für mich persönlich die Quintessenz:
„Man behauptet zwar gerne, man benötige dringend Querdenker, Visionäre Menschen, die sich gut in andere einfühlen können [und lasst mich das tolle Wort benchmark hinzufügen]. Aber lebt man sein Talen aus, kriegt man mündlich oder schlimmer noch, disziplinarisch gleich eine aufs Dach.“ (Zitat, S. 395, Depression abzugeben)
Oh, wie recht Uwe Hauck damit hat! Nur habe ich in diesem Fall Glück, nicht psychisch erkrankt zu sein, damit sowas bei mir eine Katastrophe ausgelöst hätte.

Abschließend möchte ich Uwe Hauck noch einmal zitieren und jedem ans Herzen legen, dieses Buch zu lesen:
„Dein Leben ist ein Roman, für dessen Happy End du selbst verantwortlich bist“

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek