Die Verlorenen – Stacey Halls

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Wir befinden uns im London der 1750er. Bess Bright ist mittellos – schon in Armut aufgewachsen und dieser bisher nicht entkommen, trotz Tagen voller Arbeit. Vor 6 Jahren hat sie deshalb ihre Tochter in einem Waisenhaus abgeben müssen. Doch nun hat sie die Summe zusammengespart, um sie wieder abholen zu können.
Als sie dort nach Clara fragt, sagt man ihr, dass diese schon längst abgeholt wurde – doch von wem?
Ein junger Arzt aus dem Waisenhaus hat Mitleid mit ihr und versucht herauszufinden, was geschah.

„Mein Bauch fühlte sich warm vom Alkohol an. Und von etwas, das ich erst vor ein paar Tagen verspürt und endgültig verloren zu haben geglaubt hatte. Mein Bauch fühlte sich warm an, weil ich wieder Hoffnung schöpfte.“

Die Verlorenen – Piper

Bess findet ihre Tochter tatsächlich. Doch damit sind ihre Probleme nicht gelöst. Denn wie kann sie ihre Tochter zu sich nehmen, wenn sie ihr doch nicht einmal jeden Tag eine warme Mahlzeit bieten kann.

„Ich hielt meine Tochter fest, die schwer auf meiner Brust lag, und verstand, dass Liebe und Angst im Grunde dasselbe waren.“

Die Verlorenen – Piper

„Die Verlorenen“ hat mich zwar mitgerissen und ich habe mit Bess mitgefiebert, die so um ihre Tochter gekämpft hat. Doch ganz überzeugen konnte mich der Roman nicht. Vielleicht, weil ich für die Frau, die Clara unrechtmäßig abgeholt hat, keine Sympathie oder Mitleid empfinden konnte, aus deren Perspektive aber der halbe Roman geschrieben ist.
Vielleicht lag es aber auch schlicht daran, dass ich mir gar nicht vorstellen möchte, wie es ist, sein Kind hergeben zu müssen.

6 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Krone des Himmels – Juliane Stadler

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1189-1191
In diesem historischen Roman, der Anfang des 12. Jahrhunderts spielt, begleiten wir zwei Protagonisten auf ihrem Weg mit den Kreuzzügen nach Jerusalem.

Étienne ist Sohn eines Ritters, doch wegen seines verkrüppelten Fußes, wird er von seinem Vater nur als unnütz betrachtet. Er flieht von Zuahuse, will sein Glück in der Welt suchen und schließt sich nach Kurzem einem Wundarzt an, bei dem er in die Lehre geht.

„Noch einmal fasste er Étiennes Schulter und drückte sie. >>Die Zeit wird kommen, da du beweisen kannst, was in dir steckt.<<„

Krone des Himmels – Piper Verlag

Zeitgleich lernen wir Aveline kennen, eine junge Frau, die Schuld auf sich geladen hat und sich einer Pilgergruppe anschließt, mit der sie nach Jerusalem reisen möchte, damit ihre Sünden vergeben werden.
Auf ihrer Reise lauern Gefahren, Entbehrung, Schmerz und Verlust. Doch getrieben durch den sehnlichen Wunsch, ihre Sünden vergeben zu wissen, stellt sie sich allem mutig und unerbittlich entgegen.
Während des Kriegszugs der Christen gegen die Sarazenen trifft sie auf Étienne.

„Liebe ist eine Macht, die so viel größer ist als wir. Wie solltest du ihr widerstehen?“

Krone des Himmels – Piper Verlag

Doch in der aktuellen Situation und unter den gegebenen Bedingungen ist es nicht möglich, zusammen zu sein.

„>>Haben wir eine Zukunft?<<, fragte er. […] >>Das weiß Gott allein<<, sagte sie und lehnte sich an seine Schulter. >>Aber ich weiß, dass wir ein hier und jetzt haben.<<„

Krone des Himmels – Piper Verlag

„Krone des Himmels“ ist ein genial erzählter, mitreißender historischer Roman. Vor dem Lesen hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass es mir nicht gefallen könnte, weil ich viele Kampfszenen zwischen Christen und den Sarazenen vermutete. Diese gab es zwar auch, aber es war so gut erzählt, dass es ein sehr mitreißender und zeitgleich kurzweiliger Lesegenuss war. Zudem habe ich viel über die Glaubenskriege gelernt und mich beim Lesen mehr als einmal gefragt, warum die unterschiedlichen Gläubigen nicht friedlich miteinander leben konnten (und es auch heute zum Teil noch nicht können).
Der Roman hatte viele schöne Passagen und wahre Worte zu bieten.

„Man soll nicht dem nachtrauern, was das Leben einem vorenthalten oder genommen hat, sondern sich an dem erfreuen, was Gott einem geschenkt hat und noch für einen bereithält.“

Krone des Himmels – Piper Verlag

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Die Tinktur des Todes – Ambrose Parry

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Hinter Ambrose Parry stecken die Autoren Christopher Brookmyre und Marisa Haetzman. Mit „Die Tinktur des Todes“ entführen sie die Leser ins Edinburgh des 19. Jahrhunderts, um genau zu sein ins Jahr 1847.

Der Protagonist – Will Raven – ist Medizinstudent und hat die Ehre, dem renommierten Geburtshelfer Dr. Simpson zu assistieren und von ihm zu lernen.
Während er bei Dr. Simpson lebt und arbeitet, gibt es eine schreckliche Mordserie an jungen Frauen. Eine Mordserie, die anfangs nicht als solche wahrgenommen wird, weil unter den toten Frauen vor allem Frauen der untersten Schicht sind.

„Einen Augenblick lang war ihm, als würden Tränen kommen, aber ein wachsamer Instinkt ermahnte ihn, sich von diesem Ort zu entfernen, bevor er gesehen wurde.“

Zitat „Die Tinktur des Todes“ – Piper Verlag

Weil Will Raven jedoch eine der ermordeten Frauen kannte, versucht er neben seiner Arbeit, die Morde aufzuklären. Und auch Dr. Simpsons Hausmädchen Sarah möchte die Morde aufklären, nachdem auch eine ihrer Freundinnen unter den Opfern war.
Obwohl die beiden eine Abneigung gegeneinander hegen, tun sie sich zusammen, um den Mörder aufzuspüren.

Für mich war „Die Tinktur des Todes“ der erste historische Krimi. Es war super spannend, einen Einblick in die frühe Medizin zu erhalten. Das war mal eine ganz andere historische Perspektive, in die ich hier geschlüpft bin.

Der Schreibstil war interessant, packend, wenn auch zu Anfang etwas ungewöhnlich und daher gewöhnungsbedürftig. Als jedoch die Handlung Fahrt aufgenommen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.

Ich hoffe, dass es noch viele weitere Fälle geben wird, in denen Sarah und Raven gemeinsam ermitteln. Der nächste Band ist zumindest schon auf Englisch erschienen.

8 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Wo das Glück zu Hause ist – Jenny Colgan

Wo das Glück zu Hause ist
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Happy Ever After

Nina ist Ende Zwanzig und leidenschaftliche Bibliothekarin. Doch als die Bücherei schließen soll, reißt es ihr den Boden unter den Füßen weg.

„So ist das nämlich im Leben, oder? So viele Kleinigkeiten können uns von unserem Weg abbringen oder in die eine oder andere Richtung lenken, manchmal mit positiven, manchmal mit negativen Auswirkungen.“
(Zitat – Wo das Glück zu Hause ist – Piper)

Angestoßen durch diesen Schicksalsschlag setzt Nina alles auf eine Karte und kauft sich einen Lieferwagen und sämtliche Restposten an Büchern der Bücherei.
Mit ihrem Bücherbus fährt sie nach Schottland mit einem klaren Ziel: Für jeden das richtige Buch zum Lesen finden.

„Bücher für glückliche Menschen und für die, denen man das Herz gebrochen hat. Bücher für die, die sich auf den Urlaub freuen, und für Leser, die daran erinnert werden müssen, dass sie nicht verloren sind in der Welt.“
(Zitat – Wo das Glück zu Hause ist – Piper)

Es war so wunderschön zu lesen. Nina ist so eine herzliche Protagonistin, mit der ich jeden einzelnen Moment mitgefiebert habe. Eine beste Freundin, wie Surinder an ihrer Seite, ist eines der größten Glücke der Welt.
Genauso, wie Nina, glaube ich daran, dass es für jeden Menschen auf der Welt das passende Buch gibt. Und deshalb blogge ich aus Leidenschaft, um euch all die Bücher vorzustellen, die ich gelesen habe. Vielleicht ist ja auch eins für dich dabei.

„Jeder einzelne Mensch trug ein Universum in sich, das ebenso groß war wie das äußere Universum.“
(Zitat – Wo das Glück zu Hause ist – Piper)

Für mich trägt nicht nur jeden Mensch ein Unviersum in sich, sondern jedes Buch.

Ich freue mich schon auf die anderen Bände, die in der „Happy Ever After“-Reihe erscheinen sollen (alle unabhängig voneinander lesbar).

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek