Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad

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Band 2 der Fort Lake-Reihe

Band 2 steigt genau dort ein, wo Band 1 endete. Kat hat begonnen, an der Fort Lake University zu studieren, wo sie sich eigentlich nur auf ihr Studium konzentrieren wollte.

„Was ziemlich sicher nicht auf meinem Plan stand, war, mich Hals über Kopf in Dean Carter zu verlieben. Und doch ist es passiert.“

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Ab dem Zeitpunkt, als Kat sich auf diese Beziehung einlässt, sind die beiden unzertrennbar. Doch davor war es mit Carter immer wieder schwierig, weil der, genau wie Kat, mit seiner Vergangenheit kämpft. Und so sind Schwierigkeiten und Hürden, die sie gemeinsam nehmen müssen, fast schon vorprogrammiert.

„Was haben wir uns nur dabei gedacht? Carter und ich sind beziehungstechnisch die vermutlich inkompetentesten Menschen auf diesem Planeten.“

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Neben all dem Gefühlschaos versucht Kat ihr Studium auf die Reihe zu bekommen. Hierzu gehört auch das Praktikum, das sie in einer Organisation antritt, die Frauen therapeutisch betreut, die etwas traumatisches erlebt haben.

Wer Band 1 gelesen hat, weiß, dass Kat vor 5 Jahren ebenfalls etwas passiert ist. Und so führt ihr Praktikum dazu, dass sie beginnt, die Geschehnisse aufzuarbeiten, wozu auch Carter seinen Beitrag leistet.

„Danke, Carter“, flüsterte ich.
Er hebt den Kopf. „Wofür?“
„Dafür, dass du mich aufgefangen hast.“

Ich kann nicht vergessen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Band 2 steht Band 1 in nichts nach. Man hätte sie aber (rein theoretisch) als einen Band veröffentlichen können. Ich habe sofort wieder gut in die Handlung hineingefunden, war emotional mittendrin.
Ich mag Tess Tjagvads Schreibstil, ihre Charaktere und den Szenenaufbau.
Auch wenn ich mich nun von Kat und Carter verabschieden muss, hoffe ich, dass wir noch viel von Tess Tjagvad lesen werden.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Ich kann dich fühlen – Tess Tjagvad

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Fort Lake 1

Kat beginnt ihr Studium an der Fort Lake University. Dort will sie vor allem nicht auffallen, gewissenhaft lernen und versuchen, mit ihren Ängsten klarzukommen.
Doch die ihr zugeteilte Mitbewohnerin lässt es nicht zu, dass Kat sich nur verkriecht und schleift sie zu einer Party in einem Verbindungshaus mit.

So lernt Kat Carter kennen. Unverschämt attratkiv, selbstbewusst und ein Frauenheld. Also genau das, was Kat gerade nicht brauchen kann. Doch Kat spürt bald, dass mit Carter alles irgendwie anders ist.

„Ein Kribbeln unter der Haut? Check. Herzklopfen? Doppelcheck. Aber viel wichtiger: Ich verspüre in diesem Moment keine Angst, denn ich weiß nun, woher all diese Empfindungen rühren.“

Ich kann dich fühlen – Tess Tjagvad – Saga Egmont

Kat kämpft damit, sich anderen Menschen wieder zu öffnen, sie nah an sich heran zu lassen, aber Carter reißt ihre Mauern nach und nach ein. Gleichzeitig bröckelt auch seine Fassade und gewährt Kat einen Einblick in seine nicht ganz so heile Welt.

Tess Tjagvad hat einen angenehm kurzewiligen Schreibstil. Ich konnte mich gut in Kat und Carter hineinversetzen, in deren Perspektive man als Leser*in abwechselnd eintaucht. Gerade bei Young Adult Romanen, die eine Uni als Schauplatz haben, würde ich gerne selbst zur Uni gehen.

In diesem Band bleibt das Ende offen, aber schon ganz bald erscheint Band 2 der Fort Lake Reihe.

9 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Wenn Liebe eine Farbe hätte – Leonie Lastella

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Everly und Weston könnten unterschiedlicher kaum sein. Everly lebt mit ihrer Großmutter in einer kleinen, netten Wohnung. Momentan hat sie Semesterferien, die sie mit einem Praktikum im Krankenhaus verbringt, weil sie Ärztin werden will. Als ihre Grandma auszieht, um fortan in einem Seniorenheim zu leben, muss Everly sich einen Job suchen, um die Wohnung halten zu können. Gerade dort trifft sie wieder auf Weston.

„Er war der Star unseres Abschlussjahrgangs mit einer schillernden Zukunftsperspektive, reichen Eltern, unverschämt gutaussehend und mit einem Monsterego gesegnet, das durch keine Türöffnung passte. Also, wie bitte hat er es bei den Ausgangvoraussetzungen geschafft, als Kellner zu enden?“

Wenn Liebe eine Farbe hätte – Leonie Lastella – dtv

Seit ihrem Schulabschluss (und schon während der Highschool) hat Eve Wes für einen ziemlichen Idioten gehalten, der viel auf Partys unterwegs ist, mit seinen Sportfreunden abhängt und von Mami und Papi alles auf dem Silbertablett präsentiert bekommt. Doch jetzt lernt sie einen anderen Wes kennen. Und der lässt ihr Herz höher schlagen.

„Es ist unangebracht, mich in diesem Moment perfekt zu fühlen, nur weil ich Wes‘ Hand halte. Aber ich kann nichts dagegen tun, dass ein warmes Gefühl von unseren verknoteten Händen aus durch meinen Körper kriecht und sich in jeder meiner Zellen festsetzt.“

Wenn Liebe eine Farbe hätte – Leonie Lastella – dtv

Leonie Lastella erzählt die Geschichte nicht nur aus Everlys Perspektive, sondern lässt uns auch ganz tief in Wes‘ Gefühlswelt blicken.

„Ich müsste sie dafür hassen, aber ich versuche lieber das Gefühl zu kappen und alle anderen gleich mit dazu. Hass ist im Prinzip das Gleiche wie Liebe. Beide Gefühle sind mächtig, verschlingend. Nicht mein Ding.“

Wenn Liebe eine Farbe hätte – Leonie Lastella – dtv

Ich liebe die Geschichte der beiden, die ungewollt zu einem perfekten Team werden und plötzlich einander mehr brauchen, als jemals gedacht.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

What to say next – Julie Buxbaum

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Hab gerade nachgeschaut – es ist einfach schon 3 Jahre her, seit ich „Tell me three things“ von Julie Buxbaum gelesen habe. Das war damals eines meiner Jahreshighlights. Als ich gesehen habe, dass es ein neues Buch von ihr gibt, gab es kein Halten mehr. Habe es direkt als Hörbuch gehört und mich schnell eingefunden, obwohl dieses Buch nicht so alltäglich ist.
Denn es ist in zwei Perspektiven aufgeteilt – soweit noch alles normal. Die eine Hälfte wird aus Kits Sicht erzählt, die auf der Highschool beliebt ist, deren Welt aber gerade aus den Angeln gehoben wurde, weil ihr Dad bei einem Autounfall starb.
Die andere Hälfte – und hier wird es für mich besonders – wird aus Davids Sicht erzählt, die ganz anders, aber nicht weniger mitreißend ist.

David hat das Asperger-Syndrom und wird von den Mitschülern ausgegrenzt oder sogar gemobbt.
Kits Leben ist für sie nicht mehr wie zuvor. Sie erträgt es nicht, dass der Alltag genau so weiterläuft, als wäre nichts passiert. Deshalb setzt sie sich in der Mittagspause zu David, was widerum dessen Welt ins Wanken bringt.

Julia Preuß und Alexander Pensel haben wundervolle Stimmen und haben Kit und David damit eine Persönlichkeit gegeben.

Es war berührend, aufwühlend und lustig, zu verfolgen, wie die beiden sich näherkommen, sich gegenseitig guttun und beiden die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln. Ich finde es toll, dass die Autorin diese zwei Charaktere genau so geschaffen hat und mir als Leserin damit einen Einblick und ein Gefühl dafür vermittelt hat, wie jemand mit Asperger-Syndrom denkt, lebt und liebt.
In unserer Gesellschaft – unserem ganzen Alltag – achte wir viel zu wenig aufeinander und auf die Bedürfnisse unserer Mitmenschen. „Vielleicht genügt ein Wort“ … damit sich jemand besser fühlt … um sich zu verstehen … und manchmal ist Schweigen die bessere Wahl.

Weil dieses Buch eine Brücke schlägt, hat es einen Platz in meinem Herzen erobert.

10 von 10 Buchsternen

© Bettina Dworatzek

Das Licht von tausend Sternen – Leonie Lastella

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Bei dieser Rezension weiß ich nicht, wovon ich euch zuerst vorschwärmen soll. Deswegen versuche ich es mal – total analytisch – nämlich chronologisch.
Zuerst sieht man das Cover und sobald man das Buch in der Hand hat, spürt man schon, dass es etwas Besonderes ist. Das schwarze Coverpapier ist nämlich matt und von der Oberfläche her eher etwas rauher und natürlich. Wenn man das Cover ins Licht hält und es leicht zur Seite kippt, schimmern die Worte silber, gold und blau-lila.
Das nächste, was auffällt, ist, dass der Klappentext recht kurz gehalten, dafür aber mit einem Zitat aus dem Buch versehen ist.

„Ich will, dass er mich küsst. Mehr als ich je etwas anderes gewollt habe. Egal wie gefährlich dieser Wunsch auch sein mag.“

Das Licht von tausend Sternen – dtv Verlag

Tja, und wenn man dann den Text in der Innenseite des Covers liest, weiß man, dass nicht nur das Cover besonders ist, sondern auch die Charaktere. Harper geht auf die Uni. Ihr erstes Semester hat gerade begonnen. Für sie stehen aber keine Erstsemester-Partys, Besäufnisse und Co. auf dem Plan, sondern fleißiges Lernen und pünktliches Zuhause sein. Denn dort wartet Harpers kleiner Bruder Ben, den sie sehr liebt. Ben ist Autist und benötigt deshalb viel Aufmerksamkeit. Harper und ihre Mutter geben gemeinsam das Beste, um sich um ihn zu kümmern. Und dann platzt Ashton in Harpers Leben. Sie verzaubert ihn vom ersten Moment an, lässt ihn aber einfach stehen, mit den Worten, dass sie nach Hause muss.

„Ashton ringt ebenfalls nach Atem. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Lachanfall daran Schuld ist oder der Kuss, der verheißungsvoll zwischen uns schwebt.“

Das Licht von tausend Sternen – dtv Verlag

Hach. Es ist einfach eine unglaublich bewegende Geschichte, die ich an einem Wochenende verschlungen habe. Die Charaktere sind so tiefgründig und weil die Kapitel abwechselnd aus Harpers und Ashtons Sicht geschrieben sind, habe ich mit beiden mitgefiebert, geweint, gelitten und gelacht. Es ist kaum in Worte zu fassen, was Leonie Lastella für eine wundervolle Geschichte erzählt. Ich liebe ihre Bücher, weil sie einen aus dem Alltag entführen aber gleichzeitig so autentisch sind.

10 von 10 Buchsternen
© Bettina Dworatzek